Gleich nach dem 1:2 gegen den BAK redet BFC-Trainer Christian Benbennek auf seine Jungs sein und versucht so, den aufkommenden Frust zu verjagen. Foto: Patrick Skrzipek

Da kannst du doch verrückt werden … Der BFC kriegt den Meister-Sack in der Regionalliga Nordost einfach nicht zu, vergab wie zuvor schon beim 1:1 in Fürstenwalde auch beim 1:2 gegen den BAK einen Matchball. Hilfe, macht Dynamo etwa im Schlussspurt schlapp?

Seit dem 3:1 in Chemnitz Anfang April gab es zwei mehr oder weniger glückliche Siege, zwei Unentschieden bei Kellerkindern und zwei Pleiten. Der schöne Vorsprung schmolz vorm letzten Spieltag gegen Altglienicke (Sonntag, 13 Uhr, Jahnsportpark) dahin, Jena (muss zeitgleich nach Fürstenwalde) ist auf drei Punkte ran.

Bloß gut, dass die Tordifferenz stimmt. Bei plus 13 kann ja nichts mehr schiefgehen. Oder etwa doch?

Northampton büßt Tore-Vorsprung ein

Fragen Sie mal in England nach bei Northampton Town. Der Viertligist lag am Samstag vorm letzten Spieltag auf Aufstiegsplatz 3, hatte plus 5 Tore auf dem Konto und gewann seine Partie 3:1 bei Barrow.

Blöd nur, dass Verfolger Bristol Rovers 7:0 gegen Scunthorpe siegte. So hatten beide eine Tordifferenz von 22. Bristol steigt auf, weil es insgesamt mehr Tore erzielte, Northampton guckt gefrustet in die Röhre.

Gladbach lässt Köln schwitzen

Oder, legendär: der Meisterkampf 1978. Köln führte vorm letzten Spieltag mit plus 10 Buden vor Gladbach. Dann fertigten die Fohlen Dortmund mit dem bis heute höchsten Bundesliga-Sieg 12:0 ab. Die Geißböcke retteten den Titel nur, weil sie beim 5:0 beim Tabellenletzten St. Pauli vier Treffer in den letzten 30 Minuten erzielten. Wahnsinn.

Klar, die Ausgangslage für den BFC ist deutlich besser als für Northampton oder damals Köln, weil Dynamo zusätzlich zum Treffer-Polster auch drei Zähler Vorsprung hat und sich auf kein Wettschießen einlassen muss.

Achtung: Altglienicke kann BFC!

Aber die Altglienicker waren zuletzt oftmals nicht unbedingt Dynamos Lieblingsgegner, Pleiten mit vier Toren keine Seltenheit. Und wenn Jena in Fürstenwalde erst mal in Schwung kommt …

Genug geunkt. Doch die Nervosität war den BFC-Assen und auch Christian Benbennek zuletzt deutlich anzumerken. Deshalb versammelte der Trainer seine Jungs sofort nach dem Abpfiff gegen den BAK im Kreis, wollte mit markigen Worten gar nicht erst zulassen, dass der Frust noch weiter um sich greift.

BFC-Trainer Benbennek kann es richten

Und: Bis Sonntag hat Benbennek ja auch noch ein paar Tage Zeit, um im Training gezielt und intensiv die alten Stärken wieder freizulegen und in der einen oder anderen Video- oder Gesprächsrunde die Köpfe auf Kurs zu drehen.

Es wäre doch nicht auszuhalten, wenn die Aufstiegs-Play-offs gegen Oldenburg, das mit dem 3:2 gegen den HSV II fast sicher als Nord-Meister feststeht, noch vergeigt würden. Schließlich hat der BFC auf seiner Homepage schon den Vorverkauf fürs Relegations-Hinspiel am 28. Mai in Berlin (Rückspiel am 4. Juni) gestartet.

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