Auch wenn die Tribüne nicht genutzt werden kann, das Jahn-Stadion als Spielstätte wird im Aufstiegsfall von Dynamo und Viktoria genutzt. Der BFC wird quasi Untermieter. imago/Contrast

Die gute Nachricht des Tages für den BFC Dynamo: Die Weinrot-Weißen haben ihre Stadionfrage geklärt und konnten somit fristgerecht die Lizenzunterlagen beim DFB für den Fall des Drittligaaufstiegs einreichen. Doch diese Pille hat einen bitteren Beigeschmack. Gespielt werden kann nicht mehr im Sportforum, sondern der Regionalliga-Tabellenführer muss künftig wieder im Jahn-Sportpark kicken.

Der ist eigentlich bis 2023 an die SEH Sport Beteiligungs GmbH verpachtet, den Investor von Viktoria und Berlin Thunder. Dynamo beteiligt sich jetzt mit einer sechsstelligen Summe an den Investitionskosten. Genaue Beträge wurden nicht genannt. Zuletzt standen bis zu 750.000 Euro im Raum.

Aber wie zu erfahren war, ist Zeljko Karajica, der Geschäftsführer von SEH Sports, den Dynamos ein gutes Stück entgegengekommen. Weil der 51-Jährige vormalige Medienmanager selber im Sommer des vergangenen Jahres die zähen Verhandlungen mit dem Berliner Senat erlebt hat, als es um die Drittligaspielstätte für die Himmelblauen ging, wollte er Dynamo nicht im Regen stehen lassen. Nun wird der BFC – Aufstiegsfall vorausgesetzt – für die kommende Spielzeit quasi Untermieter der Lichterfelder.

BFC plant mit Vier-Millionen-Etat

Selbst die Cateringrechte darf der BFC im Jahn-Sportpark für sich nutzen. Wichtig für eine Refinanzierung. Denn so ein Drittligaetat, der BFC kalkuliert mit einer Summe um die vier Millionen Euro, muss ja auch erst einmal gestemmt werden.

Letztlich ist der Rückumzug in den Jahn-Sportpark aber nur ein Herumdoktern an Symptomen. Ein Spielen auf Zeit. Denn nach wie vor soll das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion ja im Sommer des kommenden Jahres geschlossen und abgerissen werden, um einem 120 Millionen schweren Neubau Platz zu machen. Dynamo und Viktoria, so sie denn in der 3. Liga blieben, wären wieder heimatlos. Und die Suche nach einem Spielort und die damit verbundenen Debatten würden aufs Neue entfacht.

Senat will kein Geld ins Sportforum stecken

Deshalb forciert der BFC weitere Gespräche mit der Berliner Politik, um den Standort Sportforum drittligatauglich zu machen. Ein Plan, der in der Berliner Politik – gemeinhin eher als Freund des Mommsenstadions bekannt – bislang auf wenig Gegenliebe stößt.

Dort möchte man nicht zusätzliche 2,5 bis drei Millionen Euro anfassen für eine Fußballspielstätte im Osten der Stadt. Damit ließe sich aber fast alles stemmen. Also inklusive Rasenheizung und Flutlicht, das den Anforderungen der höheren Spielklasse entspricht.

Ach so, einen Pferdefuß hat das ganze Abkommen doch noch: Denn bislang behält der Senat sich vor, von Dynamo noch eine Stadionmiete zu kassieren. Die Weinrot-Weißen müssten also doppelt blechen ...

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