Freut sich über Platz eins in der Liga, hat aber einige Anmerkungen: BFC-Trainer Christian Benbennek. Patrick Skrzipek

Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Erfolg weckt auch Erwartungen. Und mit eben diesen Erwartungen und Ansprüchen von den Rängen hat der BFC Dynamo, seines Zeichens souveräner Spitzenreiter der Regionalliga Nordost, auch zu kämpfen. Und eben nicht nur von Woche zu Woche mit den Gegnern.

Nach dem 3:0 gegen Meuselwitz war Trainer Christian Benbennek nicht nur rundherum fröhlich, sondern auch ein klein wenig verschnupft. Nicht mit seinem Team. Sondern mit vereinzelten Teilen der Anhängerschaft. Warum? Weil einige Fans früh unzufrieden waren und lautstark forderten: „Fangt endlich mal an, Fußball zu spielen.“

Für Benbennek zu viel des Guten: „Wenn ich so einen Ruf nach nicht mal einer Viertelstunde höre“, ärgerte sich der BFC-Coach. „Jedes Spiel in dieser Liga ist schwer. Meuselwitz ist eine richtig gute Mannschaft. Das darf man nicht vergessen“, so der 49-Jährige nach dem am Ende souveränen 3:0, das zwischenzeitlich aber eben auch eine Geduldspartie gewesen war.

Benbennek ermahnt BFC-Fans

Einmal in Fahrt, gab es noch weitere mahnende Wort an übereuphorisierte Anhänger gepaart mit der Bitte, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren. „Unter der Woche hat es BAK gegen 10 Auerbacher nicht geschafft, ein Tor zu schießen und zu gewinnen. Wir haben heute, egal ob ein Tor zu hoch oder nicht, dieses Spiel am Ende doch noch gewonnen. Das zeigt nicht nur unsere Mentalität, sondern auch unsere Qualität“, so der aus Soltau stammende Fußballlehrer.

Benbennek will an der Marschroute festhalten, dass jedes Spiel erst einmal für sich gewonnen werden muss. Egal was vorher war. „Es ist wichtig, dass wir trotzdem bescheiden bleiben. Dass wir hier jedes Spiel ganz neu angehen. Man darf hier jetzt keine Zauberdinge erwarten, nur weil wir auf dem ersten Platz stehen“, lautet sein Credo.

BFC-Coach Benbennek sieht noch viel Arbeit

Natürlich versteht er die Wünsche der Fans. Und er will solche Rufe auch nicht überbewerten. Benbennek: „Dass wir besondere Tore machen oder besonders viele schießen – freut euch darüber, wenn es so klappt. Aber es ist noch ein weiter Weg und wir müssen hart arbeiten. Es wird noch ganz viel schwere Spiele geben. Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben, wissen aber auch, dass es in keinem Spiel selbstverständlich ist. Von daher ist mir wichtig, dass wir im Fokus bleiben.“

Dynamos Trainer weiß, dass niemandem damit geholfen ist, wenn der Druck auch noch aus den eigenen Reihen kommt. Der ist ohnehin schon hoch in der Spielklasse, wo sich alle Teams bis zu Platz sechs immer noch Hoffnungen machen, am Ende ganz oben stehen zu können und oft nur die Tagesform über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Umso wichtiger, dass alle zusammenstehen. Auf dem Feld, aber auch auf den Rängen.

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