Die Dynamos sitzen nach dem 3:1 in Chemnitz auf dem Rasen. Mit diesem Sieg am 2. April 2022 bogen sie auf die Aufstiegs-Zielgerade. Patrick Skrzipek

Es ist nur ein Spiel in der Regionalliga Nordost. Für den BFC kann es aber ein ganz großer Schritt zum seit über 30 Jahren gehegten Traum werden. Ein Sieg am Freitag, 19 Uhr, bei Union Fürstenwalde macht die Dynamos zum Meister und öffnet ihnen die Tür zu den Play-offs gegen den Nord-Ersten um den Aufstieg in die Dritte Liga. Nach zehn Titelgewinnen in der DDR und Platz eins in der NOFV-Oberliga in der Saison 2013/14 nennt der KURIER zehn Gründe für den zwölften Meistertitel des BFC Dynamo.

Meister-Ansporn: Der FC Bayern hat mit seinem zehnten Titel in Serie kopiert, was der BFC in den 80er-Jahren vollbrachte. Da ist es doch nur recht und billig, wenn der einstige DDR-Abo-Meister parallel auch einen Titel einfährt.

Christian Beck: Der Transfercoup um den Knipser vom 1. FC Magdeburg war vor der Saison ein Paukenschlag. Und es wurde ein Volltreffer. 21 Buden machte der Stürmer in 35 Spielen, legte zudem sieben Treffer auf. Das ist die Bilanz eines Meisterschützen.

Dmitri Stajila: Der nächste Volltreffer: Der Moldawier heuerte im letzten Sommer bei Dynamo an und machte den BFC-Kasten dicht. 27 Gegentore in 34 Spielen, 15 Mal hielt er die Null. Das ist die Bilanz eines Meisterkeepers.

Joey Breitfeld: Zwei Jahre nahm der 25-Jährige Anlauf zu dieser überragenden Dynamo-Saison. In allen Spielen dabei, legte er unfassbar gute 13 Buden auf. Das ist die Bilanz eines Vorlagen-Meisters.

BFC Dynamo: Nach 31 Jahren ist der Profi-Traum zum Greifen nah

Profi-Liga-Traum: Seit der letzten DDR-Oberliga-Saison 1990/91 ist die Qualifikation für eine deutsche Profi-Liga der Traum des BFC. Nach 31 langen Jahren kann der Traum nun endlich wahr werden. Der Meistertitel ist die Gundlage für die Aufstiegsspiele.

50 Jahre danach: In der Saison 1971/72 sorgte der BFC Dynamo erstmals international richtig für Furore, kam im einstigen Pokalsieger-Cup bis ins Halbfinale. Am 20. April 1972 verloren die Dynamos gegen Dynamo Moskau im Elfmeterschießen. Als Geschenk für die einstigen Helden zum Jubiläum käme der Meistertitel gerade recht.

Bodo Rudwaleit: Der Lange ist mit den Meistertiteln der Dynamos verbunden wie kaum ein anderer neben Meistertrainer Jürgen Bogs. In der Traditionsmannschaft hält er dem Klub die Treue. Auch wenn er nicht mehr mitspielt. Aber die Meisterschaft würde auch Bodo noch einmal ins Schwitzen bringen.

Jörn Lenz: Als Spieler machte er schon eine Menge mit, als Teammanager seit 2008 noch viel mehr. Nach der Oberliga-Meisterschaft mit dem Aufstieg in die Regionalliga öffnet dieser Titel die Tür zur nächsthöheren Spielklasse und damit zu neuen Möglichkeiten. Jeder Team-Betreuer weiß, was der Lohn für so viele Jahre Treue im vermeintlichen Amateur-Lager bedeutet.

BFC-Coach Benbennek bringt Stabilität

Der BFC kann nicht nur „Republik-Flucht“: Andy Thom, Thomas Doll und Rainer Ernst waren in der Wendezeit die ersten, Frank „Wuschi“ Rohde folgte und zuletzt gingen Dennis Srbeny über England nach Paderborn, Kai Pröger (RW Essen/Paderborn) und Rufat Dadashov (jetzt Schalke). Mit dem Titel kann der BFC Dynamo nach Spielen im Meistercup (1981 gegen den HSV, 1988 gegen Werder Bremen) auch im Ganzen mal rübermachen.

Christian Benbennek: Viele Trainer versuchten sich am Dynamo-Traum. Zuletzt scheiterten Matthias Maucksch und Rene Rydlewicz. Mit Benbennek, seit 8. Juni 2019 im Amt, setzte auf dieser Position Kontinuität und Stabilität ein. In den Corona-Zeiten formte der 49-Jährige Team und Verein für den großen Coup. Mit dem 4:1 am 1. Spieltag der Saison bei Lok Leipzig begann sein nahezu perfektes Dynamo-Märchen.

Was für glänzende Aussichten auf blühenden Landschaften. Also los, Jungs,  schießt den BFC Dynamo am Freitag bei Union Fürstenwalde zur Regionalliga-Meisterschaft.

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