Amar Suljic wird nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen den SV Babelsberg von den Kollegen des BFC Dynamo geherzt.
Amar Suljic wird nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen den SV Babelsberg von den Kollegen des BFC Dynamo geherzt. Patrick Skrzipek

Das bald zur Geschichte gehörende Stadion im Sportforum war längst verwaist, die Ränge hatten sich geleert und die Kicker des BFC Dynamo standen schon unter der Dusche. Doch ein Mann im weinroten Trikot hatte noch nicht genug. Er tobte über den Rasen mit seiner kleinen Nichte und war auf der Suche nach einem Ball. Doch die Spielgeräte hatten die fleißigen Helfer längst alle eingesammelt. Also musste sich Amar Suljic ohne runde Kugel zusammen mit seiner Familie verlustieren.

Gelungener Abschluss eines gelungenen Regionalliga-Abends, an dem der 24-Jährige beim 2:1 gegen den SV Babelsberg den Siegtreffer für die Hohenschönhauser erzielt hatte. Ein Stein der Erleichterung, der von seinem Herzen gefallen ist. Denn obwohl er sich in den vergangenen Wochen stets gemüht hatte und immer fleißig war: Das Runde wollte nicht ins Eckige.

Erste Bude für den BFC nach torlosen Wochen lässt Suljic frohlocken

Diesmal profitiert der eingewechselte Bosnier von einem feinen Zuspiel von Marvin Kleihs. Und ein bisschen auch davon, dass sein Bewacher Marcus Hofmann zuvor von Christian Beck müde gespielt worden war – wie Trainer Heiner Backhaus betonte – und mit Gelb vorbelastet nicht so robust-radikal zu Werke gehen konnte wie zuvor schon gegen den Mittelstürmer vor dessen Auswechslung.

„Natürlich freue ich mich über das Tor. Aber noch mehr darüber, dass wir gewonnen haben“, meinte der 1,83 Meter große Angreifer. Für den noch ein weiterer Grund zur Freude bestand, wie Trainer Heiner Backhaus verriet: Besuch aus der Heimat von seiner Familie. Das, so der Trainer der Dynamos, sei für den Familienmensch einfach wichtig. Mit den Lieben rund um ihn blüht Suljic förmlich auf.

Mittlerweile scheint er in der Hauptstadt angekommen. „Berlin ist so groß. Hier leben mehr Menschen als in meiner Heimat“, so der ehemalige bosnische Junioren-Nationalspieler, der sich als 17-Jähriger aufgemacht hatte, die große Fußballwelt zu erobern. Damals ohne irgendwelche Deutschkenntnisse. Wovon heute wenig zu merken ist. „Ich habe mir Mühe gegeben“, lacht Suljic, „sonst hätte sich ja keiner mit mir verständigen können.“ Auch hier also ein Zeichen von Ehrgeiz, nicht nur auf dem Platz. 

Auch mit der Umstellung auf die Großstadt kommt der im Vorjahr noch in Schweinfurt kickende Angreifer zurecht. „In meiner Ingolstädter Zeit sind wir häufig nach München gefahren“, erklärte er, warum der Wechsel aus der bayerischen Provinz in die große Metropole bei ihm keinen Kulturschock ausgelöst hat. 

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