BFC-Boss Peter Meyer will die Existenz des Vereins nicht für das Abenteuer 3. Liga gefährden. Foto: Patrick Skrzipek

Still ruht der See. Warum auch nicht? Wird ja nicht gespielt. So ist es kein Wunder, dass sich der BFC Dynamo derzeit in der Öffentlichkeit ein klein wenig zurückhält. Wann wieder gespielt wird, ob wieder gespielt wird, all das scheint ja offen. 

Und doch sind bei Dynamo in diesen Tagen einige wichtige Entscheidungen getroffen worden. Wirtschaftsratsboss Peter Meyer verfasste einen offenen Brief an den Klub. Und in dem erklärte er, dass die Hohenschönhauser in dieser Spielzeit keinen Lizenzantrag für die 3. Liga abgeben werden. „Ich muss Dir leider abraten, einen Lizenzantrag für die 3. Liga zu stellen“, heißt es in dem persönlichen Schreiben.

Sportlich nachvollziehbar. So etwas kostet Geld, das keiner unnütz verbrennen möchte. Und Viktoria scheint ja ohnehin schon enteilt. Der BFC liegt 15 Punkte hinter dem Spitzenreiter auf einem ordentlichen sechsten Platz. Selbst wenn die Liga in Form einer K.-o.-Runde fortgesetzt werden sollte, ist die Zukunft ungewiss in Corona-Zeiten.

Auf einen mittleren siebenstelligen Betrag taxiert man in Hohenschönhausen ein Abenteuer 3. Liga. „Um Dein Ziel zu erreichen, brauchst Du mindestens 4 Millionen Euro Kapital, aber nimmst nicht mal 2 Millionen ein“, so Meyer weiter. Die Existenz des Vereins dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden, nur um einem Traum nachzujagen. 

Ohne Zuschauereinnahmen ist das alles nicht zu stemmen. Und wann die Fans wieder ins Stadion dürfen, steht in den Sternen. „Blutleere Spiele“ nur im Fernsehen verfolgen zu können, damit irgendwelche Verträge eingehalten werden können, die eine Vermarktung sicherstellen, nein, das ist nicht Meyers Ding. Und so plädiert er für Geduld. Und einen neuen Anlauf in einer coronafreien Zukunft.