Nie aufgeben, bis zum Schluss: Dynamos Andor Bolyki (r.) ist selbst ein gutes Beispiel für die Monster-Metalität beim BFC. Foto: Patrick Skrzipek

Es gibt in Deutschland das geflügelte Wort vom Bayern-Dusel. Oft und gerne abfällig gebraucht, wenn der Rekordmeister mal wieder eine Partie in den letzten Minuten für sich entscheidet. Dabei ist es eine der Qualitäten der Münchner, dass sie nie aufstecken und immer noch versuchen, Tore zu erzielen, wenn die Messen längst gesungen zu sein scheinen.

Nun kann man den BFC Dynamo, der am Dienstag die Landespokalhürde bei den Reinickendorfer Füchsen (19 Uhr) überstehen muss,  nicht mit den Bayern vergleichen. Und dennoch steht fest: Die Mentalitäts-Monster der Regionalliga Nordost sind in Hohenschönhausen zu Hause. 

Jammern Fremdwort in Hohenschönhausen

Das späte 1:1 gegen Chemnitz in der vierten Minute der Nachspielzeit am Freitag ist da nur das jüngste Beispiel. In weiteren vier Kicks sicherten sich die Dynamos späte Punkte. Cottbus und Lichtenberg (beide 2:1) wurden quasi mit dem Abpfiff besiegt. Die 3:2-Erfolge bei Hertha II und Meuselwitz kamen erst spät in der  Schlussphase zustande. 

Dynamo glaubt immer an den Sieg 

„Wir schmeißen in jedes Spiel alles rein. Als Mannschaft, mit den Fans“, jubelte Andreas Pollasch. Und das trotz einer riesigen Verletzungsmisere. „Mit wie wenig Männern wir hier immer eine solche Leistung bringen, das kann man gar nicht beschreiben. Jeder reißt sich den Arsch auf“, so der BFC-Kapitän. Jammern? Ein Fremdwort in Hohenschönhausen.

Ähnlich sieht das Andor Bolyki, dessen Ausgleich gegen Chemnitz schon sein sechster Saisontreffer war. „Ich denke, dass die komplette Mannschaft eine megastarke Mentalität hat. Keiner gibt sich auf. Wir glauben immer dran, egal ob bereits die letzte Minute läuft“, so der Ungar. 

Genau wie der FC Bayern. Ist halt eine Qualität, die eine Spitzenmannschaft auszeichnet. Und doch würde es die Anhänger des BFC bestimmt freuen, wenn ihre weinrot-weißen Jungs es nicht jedes Mal so spannend machten.