Christian Benbennek würde seine Mannschaft gerne wieder in einem Spiel dirigieren. Foto: Patrick Skrzipek

Sie wissen nicht, wann es weitergeht. Ob überhaupt. Aber eins wissen sie beim BFC Dynamo dieser Tage genau: So kann es nicht mehr weitergehen. 

Der NOFV will den Spielbetrieb durchpeitschen. Auf Teufel komm raus. Die Hinrunde müsse gespielt werden. Um Abstiegsfragen von sich benachteiligt fühlenden Klubs nicht vor dem Kadi klären zu müssen. Dafür scheint dem Verband kein Mittel aberwitzig genug. „Wir spielen Fußball für die Fans. Nicht für Funktionäre. Ich bin jetzt zwei Jahre hier beim BFC. Ich habe noch keine Saison zu Ende gespielt“, kommt BFC-Coach Christian Benbennek ins Grübeln.

Dynamo stört die Planlosigkeit des Verbandes

Wenn die Saison fortgesetzt wird, tun sich für die Klubs riesige Probleme auf. Die Ungleichbehandlung durch die Bundesländer – Wettbewerbsverzerrung – öffnet Tor und Tür dafür, dass manche Klubs voll trainieren dürfen, andere aber nicht. Die Kicker müssten aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden. Kostet alles. Einnahmen bleiben bei null. „Wer bezahlt das alles? Wir haben keine Fernsehgelder. Wir leben von den Zuschauereinnahmen“, so Benbennek. 

Was ihn vor allem stört, ist die offensichtliche Planlosigkeit beim Verband. Die reagieren immer erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. „Angeblich sollte es zu Ostern wieder losgehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass nach der nächsten Sitzung von Merkel am nächsten Tag Lockerungen in Berlin verkündet werden“, so Benbennek wütend. Man hätte doch die Lehren aus der vergangenen Saison ziehen können und vorab alles regeln können. Bis hin zu Abbruchszenarien. 

Vollends auf die Palme bringt Dynamo die NOFV-Idee, dass die Berliner Klubs ihre Heimspiele in andere Bundesländer verlagern sollen. „Sollen wir dann jedes Mal unsere Bandenwerbung durch die Region kacheln?“, so Benbennek süffisant. Dazu kämen Platzmiete, Ordnerkosten, pipapo.