Bald Teamkollegen, aber im Pokal vielleicht noch Konkurrenten: Benjamin Förster (r.) und Dynamos Ronny Garbuschewski. Foto: Patrick Skrzipek

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Klein schlägt Groß. Kennt man. Ist so. Doch dank Corona wird dieses uralte Bonmot dieser Tage um eine Variante erweitert. Was uns zu den noch ausstehenden Halbfinalpaarungen im Berliner Landespokal führt. Zur Erinnerung: In der Vorschlussrunde treffen Berlinligist Berliner SC und Viktoria aufeinander. Im anderen Paarkreuz stehen sich die beiden Regionalligisten BFC Dynamo und die VSG Altglienicke gegenüber. Durch die pandemiebedingte Unterbrechung wird der Cup erst in der neuen Spielzeit ausgetragen. Angedacht ist ein Termin rund um den 15. August. Wäre zeitig genug, um den Sieger für die erste Runde des DFB-Pokals zu nominieren, die wohl im Oktober über die Bühne gehen soll.

So weit, so gut. Doch was ist nun, wenn ein Spieler wie Benjamin Förster in der Sommerpause den Verein wechselt? In diesem ganz speziellen Fall tauscht er ja den blauen VSG-Dress mit dem weinroten Leibchen der Hohenschönhauser. Darf er dann beim BFC mitwirken? Wäre schon etwas kurios, wenn er in einem Wettbewerb der Saison 2019/20, der erst in der Spielzeit 2020/21 zu Ende ausgetragen wird, auf einmal gegen seinen ehemaligen Klub auf Torejagd geht. Oder wird er womöglich für den Cup gesperrt? Könnte er gar noch für seinen alten Klub spielberechtigt sein im Landespokal, also gegen die neuen Kollegen für die VSG auflaufen?

Diener zweier Herren? Geht eigentlich nicht. Fragen über Fragen. Daniel Böhm, der sportliche Leiter der VSG, ist da etwas ratlos. „Ich weiß es selber nicht genau. Wahrscheinlich hat man beim Verband an so etwas nicht gedacht. Die restlichen Wettbewerbe sind ja alle abgebrochen worden“, sagt der 43-Jährige.

Zoff scheint trotzdem nicht zu drohen. Denn grundsätzlich hat Böhme kein Problem damit, wenn Förster im Pokal gegen die VSG antritt. „Bis auf Kevin Kahlert haben wir alle Spieler halten können, die wir halten wollten“, verrät Böhm und macht damit indirekt klar, dass der 30-jährige Förster mit seinen Fähigkeiten nicht so recht in das Spielsystem von Trainer Karsten Heine passen wollte.

Also flugs mal beim Verband nachgefragt, was denn nun Sache ist. Bernd Schultz, Präsident des BFV, sieht das so: „Förster darf für den BFC spielen, obwohl das ein Spiel der alten Saison ist.“ Man behandele die Situation analog zu einem Wechsel in der Winterpause. Da könnte ein Spieler mit seinem neuen Klub im Pokal ja auch auf seinen ehemaligen Verein treffen.

Um die Spieler auf das Halbfinale und das mögliche Endspiel vorbereiten zu können, brennen beide Klubs darauf, endlich wieder zu trainieren und werden ihre Kicker aus der Kurzarbeit zurückholen. Es könnten lange sechs Wochen werden. Altglienicke legte vergangene Woche schon los, trainiert den Coronabestimmungen gemäß nur auf zwei Halbfeldern mit allen Kontaktbeschränkungen und jeweils nur zwölf Mann.

Auch beim BFC hofft man auf weitere Lockerungen. „Für uns sind diese beiden Spiele ganz wichtig. Wir werden da wie bei einer kompletten Sommervorbereitung rangehen. Die Jungs sind auch heiß darauf, endlich wieder den Ball an den Füßen zu haben. Fit sind sie sicherlich. Sie haben ja alle auch ihre Aufgaben gekriegt“, erklärt Dynamos Trainer Christian Benbennek.