Da hat Trainer Hansi Flick einiges vor. Er will mit den Bayern auch nächstes Jahr alle drei Trophäen gewinnen. Foto: imago images/ActionPictures

Titel-Verteidigung war gestern. Beim FC Bayern heißt es jetzt Triple-Verteidigung. Heute (21 Uhr) startet die Mission in der Champions League mit dem Knaller gegen Atletico Madrid. Bayerns Bosse heizen schon mal an, damit auch im nächsten Jahr der Henkelpott wieder nach München kommt.

„Nachdem wir den Thron in Europa bestiegen haben, möchten wir so lange wie möglich da oben in der Sonne bleiben“, erklärt Vorstandsboss Kalle Rummenigge forsch. Wenn schon kein Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie, dann sollen sich die Bayern wenigstens in Europa berauschen. Das findet auch Präsident Herbert Hainer: „Wir haben uns vorgenommen, das Triple zu verteidigen. Das hat noch keiner geschafft.“

Doch ganz so einfach wird es nicht. Das weiß auch Stimmungskanone Thomas Müller: „Man ist nun in ganz Europa die gejagte Mannschaft, die jeder unbedingt schlagen will. Sich dagegen immer wieder zur Wehr zu setzen, ist eine enorme Herausforderung.“ Das haben die Bayern 2013 schon erfahren. Nach dem ersten Münchner Dreifach-Coup scheiterte der Rekordmeister mit Ex-Coach Pep Guardiola dreimal in Serie im Halbfinale und musste zähneknirschend zusehen, wie stattdessen Real Madrid mit vier Triumphen in fünf Jahren eine Ära prägte. Eine goldene Ära, wie in den 70er-Jahren – das wollen die Bayern schaffen.

Der Hauptkonkurrent damals war Borussia Mönchengladbach. Doch die Fohlen müssen sich erst mal in der Champions League etablieren. Schwer genug. Denn Gladbach hat die Todesgruppe mit Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk erwischt. Heute (21 Uhr) müssen die Borussen den Auftakt bei Inter irgendwie überstehen. „Wir wissen um die Herausforderung. Aber wir wollen frech sein, wir wollen mutig sein“, sagt Trainer Marco Rose. Für ihn selbst ist es das Debüt in der Königsklasse.

Nicht nur für den Coach ist klar, dass ein Überstehen der Gruppenphase schon ein Riesenerfolg wäre: „Wir spielen, um weiterzukommen. Eine andere Zielsetzung würde unserem Charakter widersprechen“, sagt Rose stolz.

Das Treffen mit Inter wird dabei zum Rendezvous mit der Historie. 7:1 hatten Günter Netzer, Jupp Heynckes, Berti Vogts & Co. Inter am 20. Oktober 1971 vom Bökelberg gefegt. Doch das vielleicht beste Spiel der Vereinsgeschichte wurde wegen des Büchsenwurfes gegen Roberto Boninsegna annulliert.

Deutlich größere Probleme als weggeworfener Müll macht in Mailand aber aktuell das Coronavirus. Sechs Inter-Profis fehlten zuletzt, das Derby gegen den AC am Samstag (1:2) stand kurz vor der Absage. In der im Frühjahr so arg gebeutelten Lombardei steigen die Fallzahlen seit Tagen deutlich an.