Hansi Flick (l.) stehen intensive Gespräche mit dem FC Bayern bevor. Foto: dpa/Tom Weller

Neunter Meistertitel in Folge hin oder her, auf dem Sofa oder erst später – beim FC Bayern dreht sich alles weiter um Hansi Flick. Was diese Personalie angeht, hat Karl-Heinz Rummenigge eine „zeitnahe Lösung“ in Aussicht gestellt. Man habe vereinbart, sich nach dem Spiel in Mainz zusammensetzen, sagte Rummenigge im Interview mit der Bild am Sonntag.

Flick, dessen Vertrag bis 2023 läuft, hatte seinen vorzeitigen Abschiedswunsch vergangene Woche öffentlich gemacht und damit reichlich Porzellan zerschlagen. Der 56-Jährige gilt als Topkandidat für den Bundestrainer-Posten und damit als Nachfolger von Joachim Löw. Auch wenn der DFB zuletzt betont hatte, man werde nicht proaktiv auf den Bayern-Coach zugehen.

Meisterfotos müssen warten

Es war das Unerwartete eingetreten an diesem Sonnabend. Kein Jubel, keine Siegerfotos – die fest eingeplante Titelfeier der Münchner musste nach dem 1:2 (0:2) beim Tabellenzwölften verschoben werden. „Es ist schade, dass wir nicht den Schritt gehen konnten. Diese Niederlage muss ich erst einmal verdauen“, sagte Trainer Hansi Flick.

Bei den anstehenden Verhandlungen um die Vertragsauflösung wird es auch um das Thema Geld gehen. „Wenn wir Hansis Wunsch entsprechen sollen, müssen alle Parteien gemeinsam eine Lösung finden, mit der auch der FC Bayern zufrieden ist“, betonte Rummenigge. „Wir sprechen hier immerhin von einem Trainer, der mit uns Historisches erreicht hat und mit dessen Arbeit wir sehr glücklich sind.“

Ein Adi Hütter wechselt für 7,5 Millionen Euro von Frankfurt nach Gladbach. Für lau werden die Münchner Bosse ihren Sextuple-Trainer kaum ziehen lassen wollen. Irgendwo hört der Altruismus auch auf. Zumal Rummenigge eigentlich Flick nie verlieren wollte. Die Frage ist, ab welcher Summe die Bayern die vorzeitige Freigabe geben. Und vor allem, wer das bezahlt. Der DFB als gemeinnütziger Verband kann ja schlecht mit seiner Kohle aasen. Und Flick, obwohl gut dotiert, dürfte eine solche Summe auch weh tun.