Karl-Heinz Rummenigge hat im deutschen Fußball ein großes Wort mitzureden. Vielleicht bald als DFB-Präsident? Foto: Imago Images/Schüler

Die EM rückt immer näher. Heute (21 Uhr, RTL) gibt es in Innsbruck gegen Dänemark für Jogis Jungs das erste von zwei Testspielen. Doch der Fokus liegt nicht mehr auf den zurückgeholten Rio-Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels. Nein, Karl-Heinz Rummenigge (65) ist beim DFB das Tuschel-Thema. Wird Kalle der neue Präsident, auf den alle warten?

Die Spekulationen sind nicht weit hergeholt. Rummenigge trat als Vorstandsboss des FC Bayern zurück. Eigentlich wollte er noch bis Weihnachten weitermachen. Doch jetzt macht er vorzeitig Schluss. Die Begründung seines früheren Abgangs ist auf seinen Verein gemünzt: „Es ist der strategisch sinnvollste und logische Zeitpunkt. Wir schreiben das Ende des Geschäftsjahres, zugleich beginnt ein neuer Abschnitt mit einem neuen Trainergespann. Die neue Saison sollte von Beginn an von Oliver Kahn als neuem CEO verantwortet werden.“

30 Jahre lang war Rummenigge im operativen Geschäft der Bayern. Als Vizepräsident führte er den Rekordmeister ab November 1991 mit Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß zurück auf Erfolgskurs, seit 2002 arbeitete er als Vorstandschef der damals neu gegründeten FC Bayern AG. „Ich bin kein großer Nostalgiker. Ich hoffe nur, dass ich zur Tür hinausgehe und die Leute sagen, dass da einer über die Jahre mehr richtig als falsch gemacht hat“, so der Ex-Nationalstürmer.

Doch wer Kalle kennt, weiß, dass er noch lange nicht in Rente gehen will. Er trat in den vergangenen Monaten als harter Kritiker der DFB-Führungsregie auf. Da konnte er sich ein Amt beim Verband noch nicht vorstellen. Doch nach dem Rücktritt von Fritz Keller und dem Chaos in der Frankfurter Fußballzentrale, wäre das eine große Herausforderung, dort richtig aufzuräumen.

Bundesliga-Original Reiner Calmund sprach sich bereits für Kalle als DFB-Boss aus: „Er steht für Kompetenz, Erfahrung, Souveränität und hat auch in ganz Europa die richtige Anerkennung. Es gibt in Deutschland keine Persönlichkeit, die den Jugend-, Amateur- und Profibereich besser vertreten könnte als er. Das wären für mich sechs Richtige im Lotto.“