Bayern-Star Joshua Kimmich muss wegen seiner Argumentation, warum er sich nicht impfen lässt, ordentlich einstecken.  Imago

Am Mittwoch müssen die Bayern im Pokal bei Borussia Mönchengladbach ran. Doch die Impfdebatte um Joshua Kimmich stellt alles Sportliche in den Schatten und wirft die Frage auf: Wieviel Leistung kann der Bayern-Star angesichts der Wucht der öffentlichen Diskussion bringen?

„Corona verfolgt uns jetzt seit anderthalb Jahren. Es überrascht mich nicht, dass es jetzt ein großes Politikum ist“, sagt der der langjährige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und wünscht sich: „Man sollte die Kirche trotzdem im Dorf lassen.“

Druck auf Kimmich wächst 

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Die Reaktionen auf Kimmichs Offenbarung, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein, sind weiter heftig. Rummenigge plädiert dafür, in puncto Impfen keinen Druck auf den Nationalspieler auszuüben. „Wenn ich einen Spieler kenne, der extrem verantwortlich und vorbildlich mit vielen Dingen im Leben umgegangen ist, dann war es immer Joshua“, erinnerte Rummenigge an seine Zeit als Vorstandschef. „In dem Fall, glaube ich, wird er dementsprechend irgendwann die richtige Entscheidung fällen“, bemerkte Rummenigge in Bezug auf eine immer noch mögliche Corona-Impfung von Kimmich.

Der aktuelle Vorstandschef Oliver Kahn will keinen öffentlichen Druck auf Kimmich ausüben. „Letztendlich muss man das respektieren, wenn der eine oder andere eben eine andere Meinung hat“, ergänzte Kahn. „Es ist ganz wichtig - und es ist unsere Pflicht als Verein, ständig Aufklärungsleistung zu zeigen.“

Uli Hoeneß poltert mal wieder 

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Ehrenpräsident Uli Hoeneß sieht die Medien als Triebfeder der heftigen Impf-Debatte um Kimmich. „Sie sind doch verantwortlich für den Tsunami“, sagt der 69-Jährige am Rande der Premiere der Doku-Serie „FC Bayern - Behind The Legend“, die vom 2. November an bei Amazon Prime Video gezeigt wird.

Dass sich Kimmich wie wohl auch einige weitere Münchner Profis noch nicht impfen ließ, mochte Hoeneß nicht kommentieren. „Der einzige, mit dem ich in diesem Zusammenhang rede, ist der Joshua selbst“, sagte der ehemalige Vereinspräsident. Er habe aber eine Meinung dazu.

Kimmich geht ins Risiko 

Für Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln, geht Kimmich (führte „persönlich noch ein paar Bedenken“ wegen fehlender „Langzeitstudien“ an) einen gefährlicher Weg. Er warnte den 26-Jährigen vor Langzeitfolgen bei ungeimpften Sportlern durch Long-Covid. „Das Risiko, das er hier eingeht, ist ziemlich groß. Die großen Probleme bei den nichtgeimpften Sportlern ergeben sich durch Long-Covid.“

Schlusswort von Bayern-Präsident Herbert Hainer „Am Ende des Tages gibt es keinen Impfzwang bei uns. Es ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen, und das muss man akzeptieren. Joshua Kimmich hat ja gesagt, vielleicht lässt er sich ja auch noch impfen. Mich würde das freuen.“

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