Joshua Kimmich wird auf dem Platz untersucht, rauft sich vor Schmerzen die Haare.  Foto: AFP/Martin Meissner

Das hat Spaß gemacht! Fußball total gibt’s im deutschen Klassiker zwischen Herausforderer Borussia Dortmund und Bayern München, dazu Chancen jede Menge, ein Offensivspektakel bester Güte und Tore satt. Dass am Ende mit 3:2 (1:1) der Titelverteidiger jubelt, liegt auch an Leroy Sané. Auch dank seines Joker-Treffers sind die Bayern wieder erste Sahne.

Es hat nicht viel gefehlt, um die Münchner von der Spitze zu holen. Nah genug ist Borussia dran, selbst die Tabellenführung zu übernehmen, denn sie heizt dem Meister mächtig ein. Nur stehen die Dortmunder so da wie in sieben von acht Liga-Spielen zuvor schon gegen die Münchner, als Verlierer.

Umso größer ist bei ihnen der Frust. „Ich will nicht sagen, dass wir das Ding dominiert hatten“, sagt Mats Hummels, der nach seiner Verletzung doch spielbereite Abwehrchef, „aber es hat das Glück gefehlt, zumal alle drei Gegentore abgefälscht waren. Deshalb gehen wir mit null Punkten aus einem Spiel, das auch anders herum hätte laufen können.“

Bei David Alabas Schuss zum 1:1 (45.+2) ist Thomas Meunier ein klein wenig im Weg, beim 1:2 durch einen Kopfball von Robert Lewandowski (48.) ist der Kopf von Hummels im Spiel, beim 3:1 durch Leroy Sané (80.) die Wade von Manuel Akanji. Zur Wahrheit aber gehört auch, dass Kingsley Coman am Pfosten scheitert (51.) und gleich zwei mögliche Treffer von Lewandowski nur deswegen nicht zählen, weil der Pole vielleicht nur Nanometer im Abseits steht. Auch deshalb gehen die Bayern als nicht unverdienter Sieger vom Platz, selbst wenn der BVB außer den Treffern von Marco Reus (1:0, 45.) und Erling Haaland (2:3, 83.) etliche Hochkaräter auslässt. Die dickste lässt Reus liegen (87.).

Gerade im Angriff haben die Münchner eine etwas bessere Qualität. So kommt es, dass sich die beste Offensive (jetzt 27 Treffer) gegen die bis dahin beste Defensive (der BVB ging mit nur zwei Gegentoren in die Partie) durchsetzt.

Ganz glücklich sind die Bayern dennoch nicht. Sie sorgen sich arg um Joshua Kimmich. Bei einem Foul gegen Haaland verletzt sich der Nationalspieler am Knie und ist bei seiner Auswechslung den Tränen nahe. „Er ist für unser Spiel ganz wertvoll“, sagt Trainer Hansi Flick, „wenn er ausfällt, dann ist das auch von uns nicht ganz leicht wegzustecken.“ Da hilft nur Daumendrücken.