David Alaba war nicht erfreut über das plötzliche Ende seines Vertragspokers, welches er aus den Nachrichten erfuhr. Foto: imago images/Simon

Wer keine Probleme hat, der macht sich welche. Vor dem dritten Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr) bei Red Bull Salzburg könnte die Stimmung beim FC Bayern eigentlich nicht prächtiger sein. Endlich Tabellenführer in der Bundesliga, eine weiße Weste in der Königsklasse. Doch die gute Laune beim Nobel-Klub ist dahin – alles wegen David Alabas Poker um einen neuen Vertrag.

FCB-Präsident Herbert Hainer verkündete den Knaller im Bayerischen Fernsehen: Der FC Bayern hat nach monatelangem Poker das Vertragsangebot an den Abwehrchef, dessen jetziger Kontrakt im Sommer 2021 ausläuft, zurückgezogen. Gestern saß Alaba auf dem Pressepodium des Triple-Siegers und wollte eigentlich über seine Vorfreude wegen des Spiels in seiner Heimat Österreich sprechen. Daraus wurde nichts.

Alaba erklärte, dass er die Kehrtwende im Poker, die den Abschied von seinem FC Bayern (der gebürtige Wiener ist seit 2008 im Klub) bedeuten würde, „aus den Nachrichten erfahren“ habe. „Es war eine besondere Situation. Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Ich habe mir in der kurzen Zeit nicht die Gedanken machen können. Es wurde nicht an mich herangetreten. Es hat noch keiner von offizieller Seite mit mir darüber gesprochen. Deshalb ist es schwierig einzuschätzen, wie die Zukunft aussehen wird.“

Auf Unverständnis stieß das Timing des Präsidenten auch bei Bayern-Coach Hansi Flick: „Ich bin alles andere als glücklich, dass wir uns mit diesem Thema in einer Woche, in der wir zwei schwere Spiele in Salzburg und in Dortmund haben, befassen müssen.“

Flick passt die Personalentscheidung überhaupt nicht: „Was den David betrifft, wäre ich sehr, sehr froh, wenn er über die Saison hinaus dem FC Bayern erhalten bliebe. Denn David ist ein absoluter Topspieler und ein ganz toller Mensch.“

Neben dem Alaba-Alarm hat der FC Bayern noch eine zweite Sorge vor dem Salzburg-Spiel. Nationalverteidiger Niklas Süle muss wegen eines positiven Corona-Tests in Quarantäne.

Bessere Laune herrscht dagegen bei Borussia Mönchengladbach, das heute (18.55 Uhr) in Kiew gegen Schachtjor Donezk antritt. In der sogenannten Todesgruppe haben die Fohlen bisher mit den Unentschieden gegen Real Madrid und Inter Mailand (jeweils 2:2) überrascht. Jetzt soll der erste Dreier her, dann könnte Gladbach zum ersten Mal die Gruppenphase der Champions League überstehen. Trainer Marco Rose mahnt: „Inter und Real sind natürlich andere Namen als Schachtjor Donezk. Aber wer sich mit dem Verein auseinandersetzt, der weiß, dass die Jungs regelmäßig international dabei sind.“