Bayern-Boss Oliver Kahn (r.) ist entsetzt über die vielen Morddrohungen gegen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Foto: Imago

Das Aus in der Champions League wirkt beim FC Bayern München heftig nach. Zu heftig. Nach mehr als 450 Morddrohungen gegen Trainer Julian Nagelsmann prüft Bayern-Boss Oliver Kahn mögliche Schritte, um gegen den tobenden Internet-Mob vorzugehen.

Morddrohungen gegen Julian Nagelsmann

„Hier werden mittlerweile Grenzen weit überschritten“, kritisierte der frühere Weltklassetorwart im Sport1-Doppelpass am Sonntag.  „Was geht in Menschen vor, die aus der Anonymität heraus anderen Menschen Morddrohungen“ schicken?, wollte Kahn mit Blick auf die sozialen Netzwerke wissen und kündigte an: „Wir werden uns jetzt auch mal Gedanken machen, ob man nicht einen Riegel vorschieben kann und muss.“ Details dazu verriet Kahn nicht.

Nagelsmann hatte zuvor davon berichtet, nach dem Champions-League-Aus gegen Villareal im Viertelfinale 450 Morddrohungen bei Instagram erhalten zu haben: „Ich kann mit Kritik gut umgehen. Anders sieht es mit den 450 Morddrohungen auf Instagram aus.“

Widerlich: Auch Nagelsmanns Mutter wird bedroht

Dass ihn viele „umbringen wollen, ist klar. Jetzt schießen sie aber gegen meine Mutter, die mit Fußball und unserem Ausscheiden gar nichts am Hut hat. Das ist schon ein bisschen wild“, ergänzte der Bayern-Coach mit nachdenklicher Miene.

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Enttäuscht und nachdenklich: Bayern-Coach Julian Nagelsmann (r.) nach dem Champions-League-Aus im Viertelfinale gegen Villareal.

Von Anzeigen will Nagelsmann aber absehen. Natürlich sei das möglich, „aber dann werde ich nicht mehr fertig, das bekomme ich nach jedem Spiel. Egal ob wir gewinnen oder verlieren.“

Auch Salihamidzic bekommt Morddrohungen

Wie er damit umgehe? „Es ist mir scheißegal. Die Leute sollen schreiben, was sie wollen“, betonte der Bayern-Coach. Er könne es aber „nicht nachvollziehen. Sobald Leute den Fernseher ausschalten, vergessen sie jeden Anstand und drehen völlig durch. Die denken ja auch noch, dass sie im Recht sind. Das ist ja das Skurrile.“

Nach dem Viertelfinal-Aus in der Königsklasse gegen den FC Villarreal (0:1/1:1) hatte bereits die Familie von Sportvorstand Hasan Salihamidzic von Morddrohungen in den sozialen Medien berichtet.

Er glaube dennoch nicht, so Nagelsmann, „dass der Verein die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Man bewegt sich ja auch noch als Privatperson.“ Er wolle keinen provozieren, „aber es stand noch keiner vor meiner Haustür“. Zum Glück ...

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