Bayerns Trainer Julian Nagelsmann brüllte laut, doch es half nichts. München blamierte sich in Augsburg. Foto: Imago Images

Ober-Kämpfer Joshua Kimmich zum zweiten Mal in Corona- Quarantäne und der Rekordmeister blamiert sich im Derby bei Abstiegskandidat FC Augsburg mit einem 1:2 bis auf die Knochen. FCB-Trainer Julian Nagelsmann tobt wegen seiner Schlaffis.

„Ich bin tatsächlich den ersten Tag als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns, weil wir es deutlich besser machen müssen“, polterte Nagelsmann, der seit Sommer Chefcoach an der Säbener Straße ist, richtig los. Denn die Defensivarbeit ohne Kimmich war einfach nur schlampig. „Wir bekommen die Tore auf die gleiche Art und Weise in dieser Saison“, so Nagelsmann. Ballverlust, zwei schnelle Konter der Augsburger und die Blamage war perfekt.

Woher kommt diese rätselhafte Nachlässigkeit beim Rekordmeister? Nationalspieler Thomas Müller versucht einen Erklärungsansatz: „Wenn du das Gefühl hast, du kannst jedes Spiel zwei, drei, vier Tore machen…“ Heißt: Alle verlassen sich zu sehr auf Torgarant Robert Lewandowski.

Müller sprach aus, was alle dachten: „Für uns ist das ein bitterer Rückschlag in unserem Selbstverständnis, wie wir Spiele bestreiten wollen.“ Die vollmundige Ansage von Ex-Boss Kalle Rummenigge („Wir können die Schale schon entstauben“) vor zwei Wochen war dann wohl doch ein bisschen zu früh.

Der Quarantäne-Ausfall des ungeimpften Kimmich war auf dem Platz zu sehen. Doch Nagelsmann hält das für eine „zu plumpe“ Ausrede. Kimmich-Vertreter Marcel Sabitzer hatte einen schlechten Tag erwischt. Nagelsmann kritisierte den Ösi-Star, den er schon bei RB Leipzig trainierte, diplomatisch: „In Sabi steckt viel, viel mehr.“

Bei Augsburg, am Sonnabend Herthas nächster Gegner (15.30 Uhr, Olympiastadion), fehlten mit Ruben Vargas (Corona), Alfred Finnbogason und Florian Niederlechner auch drei wichtige Stammspieler. FCA-Coach Markus Weinzierl rechnet humorvoll auf: „Das ist mindestens ein Kimmich.“

Weinzierl kam nach der Derby-Sensation aus dem Jubeln nicht mehr raus: „Das ist ein Feiertag. So wollen wir weitermachen.“ Wetten, dass Hertha da was dagegen hat?

Lesen Sie hier mehr Sport!>>