Robert Lewandowski zeigt wieder mal sein makelloses Torjäger-Lächeln. Foto: dpa/Martin Meissner

Ganz sind die Bayern noch nicht die Alten, rechtzeitig vor dem Start in die Champions League am Mittwoch gegen Atletico Madrid aber finden sie in die Spur. Souverän grasen sie die Bielefelder Alm ab, lassen Aufsteiger Arminia beim 4:1 (3:0) nicht den Hauch einer Chance, haben im Top-Duo Müller und Lewandowski ihren größten Trumpf, kassieren aber Rot gegen Corentin Tolisso.

Ein bisschen zum Lachen und ein bisschen zum Heulen ist es, was den Münchner mit dem Platzverweis gegen den Franzosen passiert. Noch frusten sie, weil die Rote Karte bei klarer Überlegenheit völlig unnötig ist (76.). Zugleich grinsen sie sich eins, weil sich Douglas Costa beim fälligen Freistoß hinter die Mauer legt – allerdings mit den Armen nach vorn. Das finden alle blöd. Doch es dauert, bis der Brasilianer nach einigen Drehungen mitkriegt, wie er korrekt liegen soll. „Am Ende hat es ja geklappt“, sagt sogar Manuel Neuer und schmunzelt noch immer.

Dass sie grinsen können, liegt auch daran, dass die Partie trotz des Gegentores durch Ritsu Doan (59.) längst entschieden ist. Nur einer kann nicht mitlachen: Hansi Flick. Der Trainer will immer alles, ist nie zufrieden und wird sich seine Sieger trotzdem vorknöpfen: „Die erste Halbzeit war nah an dem, wie wir uns unseren Fußball vorstellen. Aber danach gab es ein paar Minuten, in denen wir uns das Leben schwer machen.“

Die beiden unterschiedlichen Halbzeiten bekommen alle mit. Ebenso dass die Münchner nach großartigen 45 Minuten deutlich zurückschalten. Was haben sie den Aufsteiger zuvor aber auch abgekocht. Vor allem die Doppelpacker Thomas Müller (8., 51.) und Robert Lewandowski (25., 45.+1) lassen es krachen. Wenn der eine schon nicht selbst trifft, dann legt er die Kugel dem anderen vor. So passiert bei beiden Müller-Treffern und auch bei Lewandowskis 3:0. Nur beim 2:0 kommt Leon Goretzka dazu, sich in die Tormaschinerie zwischen den 2014er-Weltmeister und Europas aktuellen Fußballer des Jahres einzuschalten.

Einer, der es trotz der Niederlage außerordentlich locker sieht, ist Arminia-Schlussmann Stefan Ortega, indem er die zunächst etwas biedere, dann ziemlich engagierte Vorstellung seines Teams launig so beschreibt: „Es ist mir lieber, mutig auf die Schnauze zu kriegen, als ohnehin den Sack vollzukriegen.“