Abstand ist dieser Tage besonders wichtig. Foto: Imago Images

Ein Kick in der 3. Kreisklasse Heide-Wendland geht um die Welt: Die SG Ripdorf Molzen II unterlag mit 0:37 (0:23) gegen den SV Holdenstedt II. Der Grund: Aus Angst vor Corona verzichtete das Team komplett auf Manndeckung.

Ein Spieler der Holdenstedter wurde nach dem Kreispokalfinale als Kontaktperson zu einem Corona-Infizierten identifiziert. „Die folgende Quarantäne war uns zu kurz“, sagt Patrick Ristow, Vereinsvorsitzender des unterlegenen Teams. Holdenstedt lehnte seiner Schilderung gemäß eine Verschiebung ab, das Nichtantreten hätte „eine höhere Geldstrafe“ zur Folge gehabt: „Und die können wir uns in diesen Zeiten absolut nicht leisten.“

Andererseits finden sich Personen aus Risikogruppen in der Mannschaft. Ein Spieler ist gerade Vater geworden, das war ihm zu heikel. Der Vater eines anderen hat eine Lungenentzündung. Das Team hat beschlossen: Sieben Freiwillige laufen auf und zu jedem Gegenspieler werden zwei Meter Abstand gehalten. Holdenstedt hatte quasi 100 Prozent Ballbesitz: Es wird ein Spiel ohne Foul oder Freistoß.

Gefoult wurde allerdings womöglich kräftig abseits der Asche. „Es hat nie einen offiziellen Antrag für Spielverlegung gegeben. Nur die Trainer haben kommuniziert“, sagte der Holdenstedter Abteilungsleiter Charly Krug.

„Ich hätte mir die Sorgen und Nöte gerne angehört. Natürlich wäre eine Spielverlegung möglich gewesen. Die Mannschaft hat sich freiwillig testen lassen.“ Dass sein Team nicht drei schnelle Tore schoss und es dann gut sein ließ, findet Krug aber schon „moralisch sehr verwerflich“.