Bochums Gerrit Holtmann bejubelt seinen Knaller zum zwischenzeitlichen 4:1 gegen den FC Bayern.
Bochums Gerrit Holtmann bejubelt seinen Knaller zum zwischenzeitlichen 4:1 gegen den FC Bayern. imgao/Moritz Müller

Braucht es wirklich Play-offs oder eine K.o.-Runde für die Meisterschaft? Unsinnige Debatte. Was es braucht sind mehr Mannschaften wie den VfL Bochum und nicht so Möchtegernjäger wie Dortmund oder Leipzig. Sensationell haut Bochum den großen FC Bayern mit 4:2 (4:1) vom Platz. Der Kleine putzt den Großen. Völlig verdient. Fußballherz, was willst du mehr.

Dabei begann der Kick so gar im Sinne der Hausherren. Mit einem akrobatischen Einsatz bringt Robert Lewandowski den Spitzenreiter früh in Führung (9.). Die Bayern-Walze rollt? Denkste!

Es folgt ein Auftritt des VfL, bei dem jeder Schütze sich für das Tor des Monats bewerben wollte. Traumdinger. Erst Christopher Antwi-Adjei (14.) mit dem Ausgleich. Später Cristian Gamboa (40.) und Gerrit Holtmann (44.) mit sensationellen Fernschüssen in die Winkel. Selbst der Elfmeter von Jürgen Locadia  (38.), verursacht durch ein Handspiel des völlig indisponierten Dayot Upamecano, kann in jedem Lehrbuch Verwendung finden. Manuel-Neuer-Ersatz Sven Ulreich ist fast dran, aber machtlos.

Lewandowski Doppelpack wertlos

Vier Tore in einer Halbzeit haben die Bayern in der Liga lange nicht mehr geschluckt. Und wer darauf setzt, dass nach der Pause eine Aufholjagd gestartet werden würde, hat sein Geld verbrannt. Mehr als das 2:4 durch Lewandowski, ein hübscher Treffer per Scherenschlag (75.), kommt auch nicht. Na gut, ein Lattentreffer des Polen bei einem Freistoß noch (86.). Aber alles zu wenig.

„Das ist eine Frage der Einstellung und der Körpersprache. Ich kann gar nicht alles aufzählen, was uns hier gefehlt hat. Das hat dann auch nicht viel mit einem Plan oder der Taktik zu tun, sondern mit der Art und Weise, wie man so ein Spiel angeht. Wir müssen uns fragen, ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpert“, wettere nach dem Spiel Joshua Kimmich. Jeder Einzelne hätte sich zu hinterfragen. Rums, da hängt der Haussegen schief in München. Und zwar mächtig.

Und Mut macht das nicht für die anstehenden Aufgaben in der Champions League. Am Mittwoch stiegt das Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse in Salzburg. Die Roten Bullen werden sich das Bochum-Spiel genau vor Augen führen, um zu sehen, wie leicht man die Münchner aushebeln kann.

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