Leon Goretzka bekam beim 3:0 gegen Island einen Tritt in die Wade.

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Der Start in die WM-Quali fing mit dem 3:0 über Island so gut an. Doch nur drei Tage später sind die Sorgen von Jogi Löw mal wieder größer geworden. Der Bundestrainer bangt für die zweite Partie in Rumänien (Sonntag, 20.45)   um Mittelfeldmotor Leon Goretzka und Wirbelwind Leroy Sané. Beiden zwickt die Wade. Es wird ein Zittern bis zum Anpfiff.

Am Sonnabendmorgen war die Laune beim DFB-Team noch fröhlich. Für Geburtstagskind Manuel Neuer (wurde 35 Jahre alt) sangen die Nationalspieler ein Ständchen, bevor es in den Flieger nach Bukarest ging. Da musste Niklas Süle schon verletzungsbedingt passen.

Und es kam noch schlimmer. Goretzka und Sané klagten über Muskelprobleme in der Wade. Bei Sané ist die Hoffnung auf einen Einsatz größer, bei Goretzka wagte der Bundestrainer nur eine vorsichtige Prognose: „Ich warte ab bis morgen früh, wie sich die Sache entwickelt.“

Ein Ausfall des Bayern-Profis – zumal auch Toni Kroos nicht dabei ist – wäre ein echter Rückschlag. Goretzka hatte sich gerade sehr gut mit Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan im Mittelfeld präsentiert. Das Trio war der Sieggarant gegen die Isländer. Wenn Goretzka ausfallen sollte, wären nach Löw „Florian Neuhaus oder Jamal Musiala mögliche Optionen“ im Mittelfeld.

Löw muss genau überlegen, wen er gegen die Rumänen spielen lässt. Denn der Gegner ist in der Offensive viel stärker als die Isländer. Es ist der Hauptkonkurrent um Gruppenplatz 1. Löw mahnt auch, dass es mehr auf die Defensivarbeit ankommen wird. „Die Rumänen haben zwölf Tore in den letzten vier Spielen gemacht. Sie haben technisch gute Spieler, die den Ball haben wollen und immer nach vorne spielen. Sie sind brandgefährlich. Unsere Defensive wird vor anderen Herausforderungen gestellt werden“, so der Bundestrainer.

Löw kündigt an, dass er an der Abwehr-Viererkette vom Island-Spiel festhalten wird, also mit Matthias Ginter und Antonio Rüdiger als Innenverteidiger und Lukas Klostermann und Emre Can auf den Außen. Löw wirkt trotz seines angekündigten Rücktritts entschlossen und kämpferisch und bestimmt nicht selbstzufrieden. „Wir müssen uns weiterhin verbessern. Es war ein guter Auftakt gegen Island. Es ist aber nicht so, dass ich mit dem Spiel vollumfänglich zufrieden war“, erklärt er.

Die Nationalspieler haben das begriffen und haben nach der 0:6-Blamage in Spanien im November wieder neuen Willen. Kimmich drückt es so aus: „Die ersten zehn Minuten fand ich nicht schlecht gegen Island, wie wir da losgelegt haben. Wir haben noch Luft nach oben.“

Muss die Nationalelf auch haben, um den zweiten Dreier Sonntag einzufahren.