Altglienickes sportlicher Leiter, Daniel Böhm, akzeptiert zähneknirschend die Entscheidung des NOFV,  Lok Leipzig zum Corona-Abbruch-Meister zu erklären.  Foto: Volkmar Otto

Die Würfel sind gefallen. Der NOFV bricht die Saison in der Regionalliga Nordost ab, Lok Leipzig wurde zum Meister erklärt und die VSG Altglienicke - immerhin Tabellenführer vor den punktgleichen Sachsen, die aber ein Spiel weniger absolviert haben - schaut in die Röhre. "Das ist so bitter. Wir spielen die beste Saison unserer Geschichte und dann das. Wer weiß, ob so eine Chance noch mal wiederkommt. Wir wollten ursprünglich nicht aufsteigen, aber wir hätten es mitgenommen. Aber was soll man machen, es war ja abzusehen", ereifert sich Daniel Böhm, der Manager der VSG, über die getroffene Quotientenregelung.  Es schmerzt, es wird aber dennoch nicht gegen die Entscheidung des NOFV vorgegangen.

Nun drückt er Lok im Relegationsduell gegen den Vertreter der Regionalliga West die Daumen. "Aber Freunde werden wir nicht mehr. So wie der Wolfgang Wolf sich von Anfang an verhalten hat. Der hat nur Druck gemacht. Immer nur die Quotientenregelung ins Spiel gebracht. Dass wir Herbstmeister waren, zählte nicht. Ein Entscheidungsspiel wollte er auch nicht. Sportlich fair ist anders", so Böhm weiter.

Bei einer Saisonfortsetzung, die aber kaum ein Klub wirklich wollte, wäre es ja am letzten Spieltag womöglich zu dem entscheidenden Duell zwischen den Probstheidaern und der VSG gekommen. Und eine Niederlage der Sachsen in ihrem Nachholspiel beim wieder erstarkten BAK wäre ja auch nicht unmöglich gewesen.  

Böhm hofft jetzt auf Spiele im Landespokal

Egal. Nicht mehr zu ändern. Also geht der Blick nach vorne. Die Aussicht, dass die VSG in der kommenden Spielzeit eine ähnlich gute Rolle im Aufstiegskampf spielen kann, hält Böhm eher für gering. Erstens wisse man nicht, ob Lok sich überhaupt in den K.o.-Spielen zur 3. Liga durchsetzt. Und dann wären da noch die möglichen Absteiger von oben. "Wer da alles unten mit drin hängt. Halle, Zwickau und Jena.  Magdeburg und Chemnitz nicht zu vergessen. Die Absteiger werden sofort wieder hoch wollen. Und Cottbus ist ja auch noch da", so Böhm, der einen guten einstelligen Tabellenplatz in der kommenden Spielzeit mit Kusshand nehmen würde. 

"Jetzt hoffe ich nur drauf, dass der Landespokal noch ausgespielt wird und es nicht irgendwie einen Losentscheid gibt. Sonst wären wir echt doppelt gekniffen", meint der Inhaber einer Montagebau-Firma.  Altglienickes Gegner in der Vorschlussrunde heißt BFC Dynamo. In der Liga setzte sich die VSG zwei Mal durch gegen die Hohenschönhauser. Im anderen Paarkreuz stehen sich Viktoria und der Berliner SC gegenüber. Sportlich betrachtet sind die Chancen also groß für den größten Erfolg in der Geschichte der VSG. Nur ob der sportlich entschieden wird, ist derzeit offen.