Toni Kroos (l.) ist für Bundestrainer Jogi Löw der wichtigste Mann im Team.  Foto: dpa

Weißes Trikot mit Adler auf der Brust, dazu eine schwarze Hose. 289 Tage mussten alle Fans auf ein Länderspiel von Jogis Jungs warten. Donnerstag (20.45 Uhr, ZDF) ist es nach der Corona-Zwangspause endlich so weit. In der Nations League tritt die DFB-Elf gegen Spanien an. Im Fokus: Deutschlands momentan bester und erfolgreichster Feldspieler: Toni Kroos (30). Er muss heute der Boss auf dem Platz sein.

Seine Mission als Dino in der radikal verjüngten Mannschaft ist klar: Nach WM-Titel, vier Champions-League-Trophäen und etlichen Meisterschaften fehlt dem Star von Real Madrid noch der EM-Titel. Donnerstag ist der erste Schritt dahin, im Sommer will er Europameister sein.

Bundestrainer Jogi Löw trennte sich nach der verkorksten WM 2018 von Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller. Doch an Kroos hielt er fest. Löw: „Toni ist ein absoluter Schlüsselspieler.“ Der Nationalspieler aus Greifswald hat eine Sonderrolle beim Bundestrainer inklusive Privilegien und Stammplatzgarantie. Das gab Kroos unlängst selbst zu: „Es ist eigentlich so: Wenn ich nichts höre von Jogi, dann reise ich an“, erklärt er und ergänzt, dass er die Nominierung gar nicht mehr richtig verfolgt „in dem guten Gefühl, dass ich dann schon dabei bin“.

So ist Kroos halt. Manche legen dem Norddeutschen solche Worte als Arroganz aus. Dabei schildert er nur die Situation, wie sie ist. Sein Spiel im Mittelfeld hat die gleiche Klarheit. „Ich war nie der, der 90 Minuten über den Platz sprintet oder 28 Grätschen macht. Wenn ich es leicht aussehen lasse, dann habe ich meinen Job erledigt“, stellt Kroos immer wieder klar.

Die unterkühlte Art ist sein Charakter und er weiß es selbst: „Ich befinde mich immer in einem neutralen Gefühlszustand, ohne Schwankungen.“ Genau deswegen ist Kroos in der Phase des Re-Starts der Nationalelf so wichtig für Löw – besonders gegen die starken Spanier. Der Bundestrainer: „Die Nations League ist ein sehr guter Wettbewerb, die Mannschaften sind auf sehr hohem Niveau. Das macht diese Spiele wertvoll, das ist gut für die Entwicklung unserer Mannschaft.“

Mit Kroos, Julian Draxler und Matthias Ginter sind gegen die Spanier nur noch drei Weltmeister von 2014 dabei. Löw hat das Team komplett umgekrempelt, jetzt beginnt die Bewährungszeit.

Für Jogi wird das Spiel gegen Spanien eine traurige Premiere. „Als Trainer hatte ich noch nie ein Spiel ohne Zuschauer. Trotzdem bin ich hoch motiviert“, so der Bundestrainer. Hoffentlich sind es seine Spieler auch. Denn eigentlich befinden sind alle bei ihren Klubs noch im Saisonvorbereitungsmodus.