Wer zuletzt jubelt, jubelt am besten: Dynamo Dresden hat sich mit dem Abstieg in die 3. Liga noch nicht abgefunden.  Foto: Imago Images 

Bleibt Dynamo doch drin? Trainer Markus Kauczinski hatte es angekündigt, jetzt macht Dresden ernst. Der Zweitliga-Absteiger fühlt sich wegen des Corona-Neustarts klar benachteiligt und prüft die Chance auf einen Verbleib in Liga zwei. 

Dynamo hat sich noch nicht mit dem bitteren Gang in die 3. Liga abgefunden. Die Sachsen sollen eine Anwaltskanzlei für ein Gutachten beauftragt haben. Zwei mögliche Szenarien: Klage zur Aussetzung der Abstiegsregel oder zum Erhalt von Schadensersatz. 

Der Gründe für den Dresdner Unmut liegen auf der Hand: Weil kurz vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs vier SGE-Profis und ein Betreuer positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, musste das gesamte Team in Isolation. Die Sachsen bezweifeln die Recht- und Verhältnismäßigkeit des von der DFL beauftragten Corona-Test-Labors.

Die Liga startete dennoch – und Dresden hatte nach der zweiwöchigen Quarantäne einen Kaltstart mit einem Mammut-Programm von neun Spielen in 28 Tagen zu bewältigen, von denen Dynamo nur zwei gewann. Für die Sachsen ein massiver Wettbewerbsnachteil.

Nachteil als Ost-Klub?

„Was mich so aufgewühlt hat: Wenn du am Ende in einem fairen Wettbewerb absteigst, dann musst du dir am Ende selbst an die Nase fassen, weil es einfach nicht gereicht hat. Jetzt aber habe ich das Gefühl – und ich spreche für den ganzen Verein –, dass uns etwas geklaut wurde“, schimpfte Verteidiger Chris Löwe damals. Der gebürtige Sachse vermutete, dass dem Traditionsklub aus dem Osten die Lobby fehlt. Er fragte: „Wäre dasselbe mit Bayern München oder Dortmund passiert?“ – Wohl kaum. 

Das Problem einer möglichen Klage: Durch den Abstieg in die 3. Liga ist Dynamo offiziell nicht mehr DFL-Mitglied (1. und 2. Liga) und müsste eventuell beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorstellig werden.

Klar ist dagegen: Sollte es zu einer Aufstockung kommen, dürfte wohl auch Wehen Wiesbaden als Vorletzter der vergangenen Saison jubeln. Mit 20 Klubs droht in der neuen Spielzeit aber neuer Zoff, weil neben mehr Terminstress auch weniger TV-Geld für jeden Klub übrig bleibt.