Andreas Pollasch jubelt mit Christian Beck nach dem Schlusspfiff. Patrick Skrzipek

Schwere Geburt im Sportforum, wo der BFC Dynamo vor 2000 Besuchern Chemie Leipzig mit 2:0 (1:0) bezwang. Der neunte Sieg im zehnten Spiel wurde aber erst in der Nachspielzeit sichergestellt.

70 Minuten waren die Hausherren nach einem Treffer von Max Klump (36.) auf Kurs, dann bettelten die Weinrot-Weißen in der Schlussphase um den Ausgleich. Dmitri Stajila parierte gegen Tom Müller einen 100-prozentige Chance (88.), ehe Andor Bolyki die Dynamos erlöste (90.+1).

Provozierende Rufe von den Rängen und eine Entschuldigung

Das Herzschlagfinale heizte die Stimmung an. Nach einigen verbalen Scharmützeln zwischen der Gästebank und den Rängen, flogen auch einige Gegenstände aufs Feld, es roch kurzfristig nach Tumult, als Chemies Spieler sich partout nicht von den Zäunen entfernen wollten und einer sogar in einer Art Schwitzkasten eines Polizisten sanft, aber bestimmt gen Kabinenbereich geschickt wurde.

„Ich muss mich heute für etwas entschuldigen, was nicht sein muss. Ich bin keiner, der auf Stunk aus ist. Ich habe meine Mannschaft zurückgeholt. Aber manche Sachen müssen halt auch nicht sein“, spielte Chemie-Coach Miroslav Jagatic auf provozierende Rufe von den Rängen an. „Ich weiß es sind nicht alle, aber einige. Ich höre viel weg. Ich bin in Soltau geboren, habe einen deutschen Pass“, spielte der Chemie-Coach auf Rufe seinen Migrationshintergrund betreffend an.  

BFC-Coach Christian Benbennek wollte die Angelegenheit nicht aufgebauscht wissen. „Ich stamme auch aus Soltau. Und was  meinst du, was ich mir beispielsweis in Cottbus über 90 Minuten anhören muss. Wenn sich so etwas anbahnt, bin ich immer einfach nur schnell weg in der Kabine“, so Dynamos Coach.

BFC brauchte Geduld gegen Chemie

Eigentlich hätte es ja nur um Fußball gehen sollen. Danach hatte es zumindest in Hälfte eins auch ausgesehen, als Dynamo die Leutzscher förmlich zu überrennen versuchte und die Gäste sich bei ihrem Keeper Benjamin Bellot bedanken konnten, dass Christian Beck nicht zu seinem zehnten Saisontor kam.

Mit etwas Geduld sprang dann doch die Führung heraus, als Klump zwischen zwei Verteidigern den Ball aufs verwaiste Tor stocherte, aus dem Bellot herausgeilt war. Dynamo wollte mehr, traf aber nicht ins Schwarze. 

Und die Gäste? Mit einem Vierfachwechsel nach einer Stunde, Hauruckfußball und langen Bällen versuchte Chemie, das Blatt spät noch zu wenden. Gelang aber nicht. Egal wie sehr Dynamo wackelte. Auch dank Stajila und Bolyki. „Dreckige drei Punkte muss man auch mal mitnehmen“, so Benbennek am Ende des Tages,

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