Robert Lewandowski und Thomas Müller bejubeln den Bayern-Sieg.  Foto: AP Photo/Matthias Schrader

Die Maschine rollt wieder. Unerbittlich walzt sie die Gegner nieder, als hätte es keine Sommerpause gegeben. Nur 26 Tage nach ihrem Triumph in der Champions League sind die Bayern auch zum Auftakt der 58. Bundesliga-Saison auf Betriebstemperatur. Keine Chance lassen sie dem FC Schalke beim 8:0 (3:0) mit einem Dreierpack von Serge Gnabry. Es ist Glanz und Gloria und ein Auftakt wie Samt und Seide.

Sportlich lassen die Münchner ihrem Gegner kein Fitzelchen Luft zum Atmen. Noch haben die Schalker ihre grottige Rückrunde der vorigen Saison mit 16 Spielen in Folge ohne Sieg nicht verdaut, da setzt es mit Ansage die nächste bitterböse Klatsche. Von königsblau ist keine Spur, das sieht vor allem in der Abwehr nicht einmal aus wie königsgrau, das ist eher schon jetzt dunkelschwarz.

Dreifach-Torschütze: Serge Gnabry
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Lange lassen sich die Bayern zu ihrem ersten Coup im neuen Spieljahr nicht bitten. Keine vier Minuten braucht Serge Gnabry zum ersten Tor des Spieljahres. Dieses 1:0 (4.) ist nur der Anfang einer Vorführung, die in eine regelrechte Demontage des ganz und gar überforderten Gegners führt. Leon Goretzka aus der Distanz (19.) und Robert Lewandowski mit einem von Ozan Kabak an ihm verursachten Elfmeter (31.) machen beizeiten alles klar.

Lewandowski ist wie immer bei einem Elfer kalt wie Hundeschnauze, dabei gibt es böse Gerüchte um dubiose Finanzströme. Der Torjäger soll laut „Spiegel“ mehrere Millionen Euro seiner polnischen Firma „RL Management“ unrechtmäßig abgezweigt und für private Zwecke genutzt haben. Auch eine Zivilklage seines früheren Beraters Cezary Kucharski, bei der es um Schadensersatz von umgerechnet neun Millionen Euro geht, steht im Raum. Das wird den Polen garantiert noch mehr beschäftigen als die Wackel-Defensive der Schalker …

Pflichtspiel-Premiere im Bayern-Trikot: Leroy Sané 
Foto: CHRISTOF STACHE / AFP

Das ist im Gegensatz dazu das Hin und Her um die Vertragsverlängerung von David Alaba, der – gewollt oder ungewollt? – wegen muskulärer Probleme im linken Oberschenkel nur zuschaut? Der ohnehin vorgesehene Wechsel von Javi Martinez nach acht Jahren zurück zu Athletic Bilbao für eine Ablöse von nicht einmal zehn Millionen Euro verkommt da fast zur Randnotiz.

Stören lassen sich die Münchner trotzdem nicht, obwohl mit Kingsley Coman ausgerechnet der Gold-Torschütze vom Königsklassentriumph gegen Paris St.-Germain wegen eines Corona-Kontaktes und zwangsläufiger Quarantäne fehlt. Dafür kommt Leroy Sané zu seinem Debüt, er legt zweimal für Gnabry auf, der bei seinen Treffern zum 4:0 (47.) und 5:0 (59.) leichtes Spiel hat, zum 7:0 (71.) trifft Sané sogar selbst.

Jüngster Bayern-Torschütze aller Zeiten: Jamal Musiala.  Foto: Matthias Balk/dpa

Dazwischen zaubert Lewandowski den Ball per Rabona – das Zuspiel erfolgt hinter dem Standbein – Thomas Müller zum 6:0 auf den Fuß (59.). Womöglich ist es schon jetzt die Tor-Vorlage der Saison. Dass mit Jamal Musiala ein 17-Jähriger zum 8:0 (81.) den Schlusspunkt setzt und der jüngste Bayern-Torschütze aller Zeiten wird, macht die Sache endgültig rund.                                                                                                                                

Totale Enttäuschung: Schalke-Trainer David Wagner
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