Die deutsche Nationalmannschaft hat auch auf Island einiges zu bejubeln, wie hier das 2:0 von Antonio Rüdiger (M.). Foto: AFP/Odd Andersen

Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte, zwölf Tore und bei Gegentoren eine weiße Weste – das ist die perfekte Startbilanz für Hansi Flick. Mit dem 4:0 (2:0) auf Island bereitet das DFB-Team unter dem Neu-Bundestrainer den Weg für eine erfolgreiche Qualifikation für die Winter-WM 2022 in Katar. Jungs, langsam gewöhnen wir uns wieder an souveräne Vorstellungen und an überzeugende Siege.

Eine Woche hat gereicht, um das zuletzt arg ramponierte Grundvertrauen aufzupolieren. Noch ist nicht alles wieder gänzlich im Lot, es bleibt nach ziemlich viel Licht auch einiger Schatten, doch nach dem Stotter-2:0 gegen Liechtenstein und der 6:0-Gala gegen Armenien siedelt sich der Dreier gegen die Nordmänner irgendwo dazwischen ein. Am wichtigsten aber ist, dass der viermalige Weltmeister nach zwei miesen Turnieren zurück ist in der internationalen Wahrnehmung.

Gnabry eröffnet Tor-Reigen

Kurzen Prozess macht das Fast-Armenien-Team – einzige Änderung: Für den am Knie verletzten Marco Reus rückt Ilkay Gündogan in die Startformation – mit den Wikingern. Erster guter Angriff, erstes Tor, auch wenn der schwedische Schiri Andreas Ekberg den englischen Video-Assistenten Christopher Kavanagh befragen muss: Das 1:0 nach einer Bayern-Kombination über Joshua Kimmich und Leroy Sané, vollendet von Serge Gnabry (4.), sorgt für Sicherheit. Mit dem Kopfball-2:0 durch Antonio Rüdiger (24.) zieht noch mehr Ruhe ins deutsche Spiel, und das 3:0 durch Sané (56.) ist der Deckel auf dem Topf.

Natürlich geht’s noch besser, noch effektiver, zumal die Isländer gleich nach Wiederbeginn einige Nadelstiche setzen. Durch Johann Gudmundsson (Pfosten) schnuppern sie am Anschlusstreffer, der jedoch nicht zählt, weil Albert Gudmundsson beim Abstauber im Abseits steht (49.).

Werner und Havertz versemmeln

Die viel dickeren Chancen aber ergeben sich für Timo Werner (48., 61.) und Kai Havertz (55.). Die beiden Chelsea-Stars scheitern entweder an Hannes Thor Halldorsson oder in allerbesten Positionen an sich selbst. Dass beim vermeintlichen 4:0-Kracher von Leon Goretzka Joker Jamal Musiala im Abseits steht und den Island-Keeper irritiert, ist dagegen nur Pech (63.). Dafür hat Werner Glück, dass sein Schuss zum 4:0 fast in Zeitlupe über die Linie trudelt (89.).

Das zwischendurch leichtfertige Vergeben eines noch dickeren Polsters ist das einzige Manko, fällt aber diesmal nicht ins Gewicht. Insgesamt ist es eine nahezu grandiose erste Woche für Flick, die wieder Appetit auf eine bessere Ära und sehenswerte Auftritte macht. Der Anfang ist mit drei Siegen perfekt gelungen.