Da ist die Sensation ganz nah: Christian Gebauer (r.) schiebt zum 3:1 für Bielefeld ein. Foto: Imago: nordphoto/Pool

Da hat Hertha BSC noch einmal richtig Glück gehabt! Um ein Haar wären die Blau-Weißen auf den Relegationsrang 16 gerutscht. Denn was niemand für möglich hält, passiert im Match des Klub-Weltmeisters gegen den Aufsteiger. Nach dem 3:3 (0:2) des Rekordmeisters gegen Arminia Bielefeld fragt sich jeder: Geht’s noch, Bayern?

Wer Uwe Neuhaus kennt, den Ex-Trainer des 1. FC Union, weiß um dessen trockenen Humor. Als der Arminia-Coach gefragt wird, ob die Bielefelder ein Trikot im Gepäck haben mit der Aufschrift „Weltpokalsieger-Besieger“, wie es einst St. Pauli 2013 nach einem Sieg über die Bayern in die Welt brachte, grinst er zurück: „Ich bin doch nicht wahnsinnig.“

Es sind aber die Münchner, die halb wahnsinnig werden. Erstens fängt es kräftig an zu schneien, was ihren Spielfluss hemmt. Zweitens stellen sie sich zunächst selbst mehrere Beine. Erst kümmern sich weder Bouna Sarr noch Niklas Süle um Michel Vlap – 0:1 (9.). Dann lassen wiederum Süle und David Alaba nach einem Eckball Amos Pieper gewähren – 0:2 (37.). Es hat was von Spektakel.

Davies rettet den Punkt

Kaum ist der Schnee nach dem Wechsel weg, zeigt Robert Lewandowski seine Extraklasse. Ballannahme mit der Brust, Drehung, Schuss, Tor! Das 1:2 (48.) und ein Signal zur Aufholjagd? Ein klares Denkste! Sekunden später schiebt Christian Gebauer das 1:3 rein (49.). Das gibt’s doch nicht!

Na gut, die Bayern haben nur eine B-Elf. Mit Thomas Müller, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Jerome Boateng und Douglas Costa fehlt eine Latte an Stars. Trotzdem stehen mit Manuel Neuer, Lucas Hernandez und Corentin Tolisso drei (Ex-)Weltmeister und 431 Länderspiele in der Startelf.

Doch jetzt nimmt der Wahnsinn noch mehr Fahrt auf. Tolisso köpft das 2:3 (57.), Joshua Kimmich bringt frischen Wind ins Spiel, Alphonso Davies hämmert das 3:3 rein (69.), das 3:4 von Sergio Cordova zählt nicht, weil Fabian Klos zuvor hauchdünn im Abseits steht (72.), dafür rettet der Arminia-Kapitän auf der eigenen Torlinie (88.).

Das hat Spaß gemacht, weil Arminia nicht klein beigibt und sich den Bonuspunkt redlich verdient.