Fliegen, Fuß hoch und drin war der Ball! Unions Andreas Voglsammer trifft mit einem Zaubertor zum 1:0 gegen Hertha.
Fliegen, Fuß hoch und drin war der Ball! Unions Andreas Voglsammer trifft mit einem Zaubertor zum 1:0 gegen Hertha. imago/Koch

Der 1. FC Union fliegt weiter, Hertha bleibt im Sinkflug! Die Köpenicker gewinnen das Pokal-Derby im Olympiastadion völlig verdient mit 3:2 (1:0) gegen die enttäuschenden Blau-Weißen. Der Pokaltraum geht für Union weiter, weil Andreas Voglsammer den Herthanern wunderschön einen reinzwitscherte.

Der Pokalkracher startete mit einem echten Paukenschlag in der elften Minute. Eine Flanke von Max Kruse, etwas weit geraten, nahm Voglsammer artistisch mit einem Scherenschlag. Der Ball flog und flog und flog – ins rechte Toreck zum 1:0. Ein Treffer zum immer und immer wieder hinschauen.

Voglsammer: „Ich tue mich schwer, mich an ein schöneres Tor zu erinnern, was ich jemals gemacht habe. Geübt haben wir das nicht. Da war auch ein bisschen Glück.“ Flankengeber Kruse lachte: „Da hat er selber nicht mit gerechnet. Schön, dass er so getroffen hat.“

So ein tolles Tor geht aber nur, wenn der Gegner Fehler macht. Voglsammers Gegenspieler Dedryck Boyata stand viel zu weit weg. Und so war es am Anfang des Spiels die ganze Zeit. Union drückte und Hertha kam damit überhaupt nicht klar. Dabei hatte sich der blau-weiße Manager Fredi Bobic hatte noch vor der Partie von seinen Profis gewünscht: „Heute ist so ein Spiel, für solche Momente lebst du doch als Fußballer.“

Herthas Fans frustriert: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Doch die Profis wirkten gehemmt. Herthas Fans brüllten ungeduldig: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ Und Unions Anhänger genossen den Abend mit einem: „Hier regiert der FCU!“ Maxi Mittelstädt sagte nur: „In der ersten Halbzeit haben wir nicht wirklich den Weg nach vorne gefunden. Dann noch das frühe Gegentor. Mir fehlen die Worte.“

Erst nach knapp einer halben Stunde kamen die Herthaner etwas in Schwung, liefen dann aber wieder in einen Konter. Nur weil Voglsammer hauchdünn im Abseits stand, wurde das anschließende unglückliche Handspiel von Herthas Niklas Stark nach Videosichtung nicht zum Elfmeter (32.).

Herthas Suat Serdar verzweifelte im Derby gegen den 1. FC Union. 
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Herthas Suat Serdar verzweifelte im Derby gegen den 1. FC Union. 

Erst da waren die Blau-Weißen richtig wach und Suat Serdar traf kurz vor dem Pausenpfiff ins Tor (45.+2). Sein Pech: Vorher stand Ishak Belfodil im Abseits, kein Tor!

Drei Derby-Tore in fünf Minuten

Im zweiten Durchgang folgten dann wilde fünf Minuten. Union jubelte, weil Stark bei einer Rettungsgrätsche  ins eigene Tor traf – 2:0 (50.). Dann hatte Serdar Glück, sein Schuss aus spitzem Winkel wurde von Rani Khedria abgefälscht – nur noch 1:2 (54.). Die blau-weiße Hoffnung dauerte aber nur 54 Sekunden, dann erhöhte Robin Knoche nach Freistoßflanke von Oczipka  auf 3:1 (55.).

So feiern Derbysieger: Die Union Profis jubelten nach dem Pokalsieg bei Hertha BSC mit ihren Fans.
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So feiern Derbysieger: Die Union Profis jubelten nach dem Pokalsieg bei Hertha BSC mit ihren Fans.

Nach diesem Tor-Feuerwerk wurde es wieder ruhiger. Hertha bemühte sich, doch Union stand hinten clever. In der Nachspielzeit traf Serdar noch zum 2:3 (90.+4), viel zu spät, Sekunden später wurde abgepfiffen.

Am Ende war es ein klare Angelegenheit für die Köpenicker, deren Höhenflug weitergeht. Platz 5 in der Bundesliga, Pokal-Viertelfinale erreicht, dazu der zweite Derby-Sieg gegen Hertha in dieser Saison (nach dem 2:0 im November).

Hertha trifft auf den FC Bayern 

Entsprechend happy war Kruse: „Jetzt wird ein bisschen in der Kabine gefeiert.“ Die Frage, wer momentan die Nummer 1 in Berlin ist, wurde klar beantwortet. Unions Trainer Urs war zufrieden: „Am Ende haben wir nicht unverdient gewonnen. Die Mannschaft hat ihren Willen, ihre Mentalität gezeigt.“

Und Hertha? Nach diesem ernüchternden Pokalaus bleibt in der Liga erstmal nur der Abstiegskampf. Sonntag kommen die Bayern ins Olympiastadion. Doch bis dahin muss das Pokal-Aus erstmal verdaut werden. Mittelstädt: „Es ist extrem traurig, dass wir nicht gewinnen konnten. Da ist es ziemlich egal, ob nun Union die Nummer 1 oder 2 ist.“

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