Jürgen Klopp (l.) aus Deutschland, Trainer des FC Liverpool, klatscht nach dem Spiel mit Thiago ab. Foto: Matt Dunham/PA Wire/dpa

Von wegen Geld schießt Tore oder entscheidet Spiele. 100 Millionen kostete Kai Havertz, 53 Millionen Timo Werner – doch beim 2:0-Auswärtssieg von Jürgen Klopps FC Liverpool an der Stamford Bridge machte Thiago gegen Chelsea den Unterschied. Und der war mit 30 Millionen Euro Ablöse an die Bayern fast ein Schnäppchen.

„Es war ein perfekter Tag“, schwärmte Kloppo nach dem beeindruckenden Debüt von Thiago. „Es wird auch in 500 Jahren noch eine der schwierigsten Aufgaben sein, an der Stamford Bridge zu gewinnen“, so Liverpools Meistertrainer. 

Zur Halbzeit hatte Klopp den spanischen Ballkünstler  mit einer herzhaften Umarmung ins Spiel geschickt. Gerade war Chelseas Anders Christensen (45.+1, Notbremse) vom Platz geflogen, Thiago sollte seine Kreativität einbringen, um die Blues-Mauer zu knacken – neun Minuten später stand es 2:0. Beide Treffer erzielte Sadio Mane (50., 54.), der auch den Platzverweis herausgeholt hatte. 

Die Reds stellten am Montag ein Video mit allen 75 Thiago-Pässen auf ihre Homepage. Es war ein Rekordwert für Premier-League-Spieler, die maximal 45 Minuten auf dem Platz gestanden haben. Thiago passte den Ball in einer Halbzeit häufiger als jeder Chelsea-Spieler in 90 Minuten, er könnte dem Liverpool-Stil eine neue Dimension hinzufügen.

Für Havertz und Werner hingegen war es ein Tag zum Vergessen. Havertz musste sich die Thiago-Show von der Tribüne aus ansehen: Nach dem Platzverweis hatte Frank Lampard ihn taktisch geopfert. Werner holte gegen Thiago einen Elfmeter heraus, den Jorginho verschoss (75.), zudem vergab er eine Großchance.