Das Hertha-Duell bei Olympia: Jordan Torunarigha im Zweikampf mit Brasiliens Matheus Cunha. Foto: Imago

Das war nur Blech! Deutschlands Fußball-Olympia-Team bekommt in Yokohama den Brasilien-Hammer –  verliert das erste Gruppenspiel 2:4 (0:3) gegen den Goldfavoriten aus Südamerika. Die Abwehr des Mini-Kaders von Trainer Stefan Kuntz war in der ersten Halbzeit ein Hühnerhaufen. So wird das nichts mit einer Medaille!

Nur Rumpftruppe mit 15 Feldspielern

Kuntz wurde im Vorfeld des Olympia-Turniers von den Bundesliga-Klubs in großen Teilen im Stich gelassen. Der 1. FC Union und Hertha BSC waren die Ausnahme und stellten jeweils zwei Profis mit Max Kruse und Cedric Teuchert, sowie Arne Maier und Jordan Torunarigha ab. Es sind vier von nur 15 (!) Feldspielern.

Brasilien kam mit voller Kapelle: Darunter Superstar Dani Alves und Herthas Matheus Cunha. Den Klassenunterschied sah man sofort. In der 8. Minute enteilte Richarlison dem viel zu langsamen Amos Pieper von Arminia Bielefeld. Beim ersten Schuss scheiterte der Brasilianer noch an Keeper Florian Müller (VfB Stuttgart), den Abpraller netzte er dann zum 1:0 ein.

Noch schlimmer das nächste Gegentor: Guilherme Arana konnte locker ohne Gegenwehr von links flanken und Richarlison nickte unbedrängt zum 2:0 (22.) ein.

Auch keine Gegenwehr, als Cunha vor dem Strafraum den Ball locker nach links passen konnte und Richarlison seinen lupenreinen Hattrick zum 3:0 (30.) perfekt machte.

Cunha verschießt Elfer

Bester Mann beim Kuntz-Team war Müller. Der Keeper wurde zu Glanzparaden gezwungen und hielt dann noch einen Cunha-Elfer (45.). Müller nach dem Abpfiff: „Das war ein total hartes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viel Respekt. Wir haben viel falsch gemacht und wollen kein Mitleid, dass wir nur so wenig Leute sind.“

In der zweiten Halbzeit brachte Kuntz Herthas Innenverteidiger Torunarigha für den völlig überforderten Pieper. Danach lief es etwas besser und Nadiem Amiri (Leverkusen) traf zum 1:3 (57.). Selbst als Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) Gelb-Rot (63.) nach einem Foul an Dani Alves sah, gab das deutsche Team nicht auf und Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt köpfte zum 2:3 (82.) ein. Doch Brasiliens Paulinho traf in der Nachspielzeit noch zum 4:2 (90.+4).

In der ersten Halbzeit sah es nach Debakel aus, der zweite Durchgang war besser. Gegen Saudi-Arabien und die Elfenbeinküste muss eine Leistungssteigerung her, um irgendwie Gruppenplatz 2 und damit das Viertelfinale zu erreichen. Kuntz: „Wenn wir wenig Mut haben und zu wenig Präzision hat das erst mal wenig mit dem Gegner zu tun. Wir wollen das schnell abhaken.“ 

Bemerkenswert: Der Trainer war selbstkritisch als es um den Platzverweis von Arnold ging: „Ich hätte ihn früher auswechseln müssen. Ich dachte, da kommt keine kritische Situation mehr. Das hefte ich mir an.“

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