Zunge raus und durch: Fuchs Marian Michalczik (2.v.l.) im Spiel gegen Bosnien. Foto: imago images/Wolf-Sportfoto

Beim Auftakt der Quali für die EM 2022 in Düsseldorf gegen Bosnien-Herzegowina (25:21) lief bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft noch nicht alles rund. Lob gab es indes für Fuchs Marian Michalczik (23), der zusammen mit Paul Drux (25) heute gegen Estland (15.15 Uhr, ZDF) wieder auf der Platte stehen wird.

„In der Offensive lief es mit Marian deutlich flüssiger“, lobte Alfred Gislason (61) nach seiner Debüt-Partie als Bundestrainer das Rückraum-Ass. Zuvor hatte sich die Auswahl im Positionsangriff schwergetan. Dabei ist die Spielmacher-Position für Michalczik ungewohnt. „Es war eine neue Situation für mich, normalerweise arbeite ich aus der Abwehr heraus nach vorne“, berichtete Marian und ergänzte: „Ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen, Ruhe in das Spiel zu bringen. Trotzdem würde ich gerne etwas mehr Torgefahr ausstrahlen.“

Insgesamt betrachtet, blieben die Mannen mit dem Adler auf der Brust jedoch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. „Wir waren überraschend nervös und hektisch“, urteilte Gislason, „es ist nicht ganz in die Hose gegangen, aber wir haben noch viel zu tun.“ Viel Zeit für Anpassungen hat der gebürtige Isländer nicht.

Bereits am Freitag absolvierte das Team das Abschlusstraining fürs Spiel in Estland, flog am Sonnabend nach Tallinn. „Das hatten wir eigentlich anders geplant“, verrät Sportvorstand Axel Kromer (43), der mit der Mannschaft erst „zum Warmlaufen“ am Spieltag anreisen wollte. „Doch die estländische Regierung sieht vor, dass wir den Corona-Test dort machen“ – und die Auswertung der Untersuchungen braucht vor Ort 24 Stunden.

Also müssen die Spieler im Hotel in die Isolation, haben Einzelzimmer über zwei Etagen verteilt. Ein Zusammentreffen vor dem Spiel ist so erst wenige Stunden vor dem Anpfiff möglich.