Simon Ernst wagt sein Sensations-Comeback. Am Freitag war er beim Trainingsauftakt der Füchse dabei. Foto: imago images/nordphoto

So langsam geht es wieder los. Alle 17 Handball-Füchse sind zurück in der Hauptstadt und am Freitag in die Vorbereitung für die neue Saison gestartet. Darunter auch sensationell Simon Ernst (26), der nach drei Kreuzbandrissen in der neuen Spielzeit sein Comeback geben will.

„Ich bin unheimlich froh, dass Simon wieder zum Kader gehört“, freut sich Sportvorstand Stefan Kretzschmar, „er wird oft unterschätzt, ist von der Mentalität her ein absoluter Anführer. Nicht nur aus sportlicher Sicht ist er für uns ein sehr wichtiger Baustein, sondern gleichermaßen als Persönlichkeit.“

Ernst hatte vor wenigen Tagen öffentlich gemacht, dass er ein erneutes Comeback anstrebt und zum Saisonstart am 1. Oktober fit sein will: „Es ist keine Überraschung, dass ich Gedanken ans Aufhören hatte. Unmittelbar danach war es die schwerste Zeit, aber mit jedem Schritt, den es besser lief, kribbelte es auch wieder in den Fingern.“

Anders als nach seinen Verletzungen 2017 und 2018 setzt der Spielmacher dieses Mal auf eine konservative Behandlungsmethode – ohne OP, mit Fokus auf muskuläres Training –, die ihm zu einer erfolgreichen Rückkehr aufs Parkett verhelfen soll. Und auf dem Weg dahin läuft es bisher ganz gut.

„Wenn man den Ball in der Hand hat, denkt man nicht mehr nach. Das läuft wie blind. Das verlernt man genauso wenig wie Fahrradfahren,“ sagt Ernst, der neben der Reha in Teile des Mannschaftstrainings eingestiegen ist.

Trotz der Fortschritte bleibt der Nationalspieler jedoch realistisch: „Ich bin mir bewusst, dass es keine Garantie gibt, doch die Leidenschaft ist noch zu 100 Prozent da. Das ist der Grund, warum ich so verrückt bin und es noch einmal probiere.“

Außer Ernst kuriert auch Rückraum-Ass Fabian Wiede (26) noch seine Verletzung aus. Anders als der schwedische Rechtsaußen Mattias Zachrisson (29/beide Schulter) ist Wiede aber schon beim Mannschaftstraining dabei.