Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar hat seine eigene Meinung wegen der Corona-Krise. Foto: imago images/opokupix

Die Corona-Fälle nach der Länderspielpause spalten die Liga. Zehn Erstliga-Partien mussten abgesagt werden, auch das European-League-Match der Füchse am Dienstag in Lissabon wurde gekippt. Nicht erst damit wird auch die Kritik an internationalen Wettbewerben lauter. Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar (47) sieht das trotz allem Virus-Wirbel nicht so.

„Es ist wichtig, dass man nicht mit dem Finger auf andere zeigt und ihnen den Schwarzen Peter zuschiebt. Wir sitzen alle in einem Boot. Nicht nur in der Bundesliga, sondern in Europa und in der ganzen Welt“, sagt Kretzsche.

Und wird noch deutlicher: „Da können wir nicht aus unserer vielleicht etwas arroganten Position der stärksten Liga der Welt den europäischen Handball oder den Welthandball verrecken lassen. Wer sind wir, das wir die WM oder die Champions League infragestellen können?“ Eine Breitseite für Skeptiker wie Minden-Boss Frank von Behren (44) oder Kiels Sportchef Viktor Szilagyi (42).

Kretzschmar glaubt: „Viele haben viel weniger Ängste, ihre Spieler für eine hermetisch abgeriegelte WM abzustellen als in der Bundesliga, wo jeder seine sozialen Kontakte hat und sich überall anstecken kann. Meines Erachtens ist die WM sicherer. Andererseits habe ich auch Zweifel, dass Kairo das so umsetzen kann.“

Also WM ja, Ägypten nein? So weit geht Kretzsche nicht. Vorbild für das im Januar geplante 32-Nationen-Turnier könnte die US-Basketball-Liga NBA sein, die mit abgeschotteten Hotels und Arenen in Disneyland fungiert. Eine solche Blase ließe sich auch in Ägypten, beispielsweise in Hurghada am Roten Meer, errichten.