Füchse-Star Fabian Wiede sagte die EM im Januar ab, verpasst so das nächste große Turnier.  Foto: City-Press/Jan-Philipp Burmann

Bis zur EM  ist noch Zeit, trotzdem schlägt das Turnier in Ungarn und der Slowakei (13. bis 30. Januar) in Handball-Deutschland schon mächtig Wellen. Es geht vor allem um die Absagen etlicher Stars „aus privaten Gründen“. Auch Füchse-Ass Fabian Wiede (27) meldete sich bei Bundestrainer Alfred Gislason (62) ab und kassierte dafür mächtig Kritik. Jetzt schießt Wiede zurück.

Handball-Ikone Heiner Brand (69) hatte am lautesten gegen die Absager durchgeladen. Der Mann mit dem Walross-Schnauzbart polterte: „Es kann eigentlich nicht sein, dass bei einigen Leuten familiäre Gründe den Ausschlag dafür geben, dass sie nicht dabei sind. Solche Einstellungen gefallen mir nicht.“

Breitseite von Brand

Einmal in Fahrt, legte der Handball-Beckenbauer (Weltmeister als Spieler und  Trainer) nach: „Ich muss erwarten, dass es für jeden das unbedingte Ziel ist, in der Nationalmannschaft zu spielen.“

Das will Wiede so nicht auf sich sitzen lassen. Im „Tagesspiegel“ wehrt er sich: „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen.“ Dass er in diesem Jahr Vater geworden sei, sei auch ein Faktor gewesen.

„Jeder, der ein Kind hat, weiß, dass es Phasen im Leben gibt, die wichtiger sind oder die sich nicht ganz so einfach gestalten. Erst recht, wenn man ständig unterwegs ist“, erklärt Wiede und betont: „Die Gründe an sich waren andere.“

„Kann denken, was er will“

Und an die Adresse von Brand sagt er klipp und klar: „Er kann von mir aus denken, was er will. Er kennt die Hintergründe nicht und daher ist mir das egal.“

Auch Stefan Kretzschmar (48) hatte im Zuge der Diskussion im „Mannheimer Morgen“ seinem Herzen Luft gemacht: „Es ist eine Einstellungssache, eine Frage der Mentalität. Ich will niemandem zu nahe treten, aber ich habe manchmal schon das Gefühl, dass da manch einer eine Nationalmannschaftseinladung umgehend mit dem Thema Belastung assoziiert.“

Kretzsche steht Wiede bei

Als Sportvorstand der Füchse kennt er im Falle von Fabi Wiede aber die Hintergründe und stellte in der „BZ“ klar: „Die Gründe sind nachvollziehbar und nicht schön. Seine Absage hat er sich nicht leicht gemacht. Ich habe Verständnis dafür.“

Wiede leidet derzeit an einer kleinen Zerrung in der Wade. Nach einem Kurzurlaub am Chiemsee Anfang Januar geht es am Tag des EM-Starts für ihn am 13. Januar mit der Füchse-Vorbereitung wieder los.