Füchse-Manager Bob Hanning. Imago Images/Jan Hüber

Die Spannung bei den Handball-Fans steigt: Am Dienstag entscheidet die Handball-Bundesliga, wann und wie es in der neuen Saison weitergehen soll. Füchse-Manager Bob Hanning hat zuletzt viele Vorschläge für einen schnellen Wiederbeginn gemacht, die so kreativ waren wie die Muster seiner Pullis: Doppelspieltage, ein Turnier, drei Drittel zu spielen statt zwei Halbzeiten, kleinere Hallen ausprobieren. Aber so richtig wollte niemand raus aus dem alten Trott. „Wissen Sie, wie ich mir vorkam?“, fragt Hanning: „Du hörst im Radio: Falschfahrer auf der A 100 und du denkst: Wie? Ein Falschfahrer? Das sind doch siebzehn. Wir müssen unbedingt wieder ins Spielen kommen. Wir dürfen nicht die Probleme sehen, wir müssen die Lösung finden.“

Lösungen hat die Corona-Krise zuletzt auch von ihm gefordert. Er wusste ja, dass nicht nur die Spieler, sondern auch die Klubangestellten auf ihn schauen. „Natürlich gucken die Leute in solchen Situationen auf ihre Führung. In den größten Krisen musst du den Leuten eine gewisse Stabilität geben. Aber wenn du selbst Sorgen hast, müssen es die Leute auch wissen“, findet Hanning. Niemand habe sein Verhalten in der Krise üben können. Aber: „Du siehst, wer Krise kann, wer Krise nicht kann, wer sich versteckt. Ich habe den Eindruck, manche Leute gehen in die Höhle. Sie kommen raus und sagen: Ich habe überlebt, aber oh, um mich herum ist alles verbrannt. Da musst du viel positiver, aktiver nach vorne gehen. Das ist nicht jedem gegeben.“

Hannings Zielsetzung für die neue Saison: „Im Oktober anfangen mit Zuschauerkonzepten, die dann greifen, wobei wir heute noch nicht wissen, wie es in ein paar Wochen sein wird.“ Großveranstaltungen sind derzeit bis Ende Oktober verboten. Aber Zuschauer bringen Geld in die Füchse-Kasse. Hanning hat für die neue Saison 1 Million Euro weniger an Zuschauereinnahmen geplant. Deshalb mussten drei Spieler gehen. Da würde es den Handballern schon helfen, wenn vielleicht nicht 9.000, aber 3.000 Zuschauer in die Schmelinghalle dürften. „Wenn das erstmal die Lösung ist, dann muss man die so akzeptieren. Je nachdem, wann wir anfangen, kann es sein, dass wir noch einen Spieler abgeben müssen.“