Füchse-Manager Bob Hanning ist auf schwieriger Mission. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin - Fünf Wochen ist es her, dass die Füchse sich das letzte Mal in einem Handball-Spiel duellieren durften. Und ein Ende der Zwangspause ist nicht in Sicht. Für Geschäftsführer Bob Hanning eine schwierige Situation. Vor allem, weil ihn jetzt der Fluch der guten Tat einholt.

„Wenn man so will, habe ich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Ich habe Kretzsche geholt, ich habe Kristopans und Munoz geholt und dann habe ich auch noch den Trainer gewechselt. Jetzt haben wir zu viele Spieler und die, die wir abgeben wollten, will gerade niemand haben“, beschreibt Hanning die Situation.

Irgendwie kommt sie einem perfekt ausgefüllten Lottoschein gleich, der nur vergessen wurde, abzugeben.

Hanning: Sponsoren in schwieriger Lage

 So türmt sich aktuell die Arbeit. „Bei mir ist es nicht Kurzarbeit, sondern Langzeitarbeit. Ich versuche gerade alles, damit es mit den Füchsen weitergeht“, sagt der 52-Jährige, der die Osterfeiertage hauptsächlich mit Telefonkonferenzen verbracht hat.

Über das Resultat ist er „generell zufrieden“. Mit aller Kraft versucht der Manager den Verein bis zum Ende der Saison am 30. Juni finanziell abzusichern und für die nächste Spielzeit vorzusorgen.

Alles nicht so ganz einfach. Die Sponsoren sind selbst in einer schwierigen Lage. „Die habe ich erst einmal drei Wochen in Ruhe gelassen, damit sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern können“, erklärt Hanning. „Für die ist es aktuell eine sehr schwierige Situation, in der sie nicht wissen, wie es weitergeht. Trotzdem haben wir treue Partner.“

Treu sind den Füchsen auch ihre Fans. Etliche haben die bereits gezahlten Ticketgelder nicht zurückverlangt, gleichwohl nicht alle Dauerkartenbesitzer verlängert haben. „Das kann ich verstehen“, ist Hanning einsichtig, „viele müssen selbst schauen.“

Unterdessen wurde die Kurzarbeit genehmigt und der Staat zahlt 60 Prozent des Einkommens gedeckelt von der Beitragsbemessungsgrenze. Trotzdem weist Hanning darauf hin, dass auch, wenn die Spieler auf Teile ihres Gehaltes verzichten, das noch nicht bedeutet, dass keine weiteren Ausgaben mehr entstehen würden.

Die einzelnen Säulen sichern den Verein weitestgehend weiter ab – ein wichtiger Rückhalt, aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. „Das Wichtigste ist, dass man einen Plan und Ziele hat und diese mit einer gewissen Ruhe verfolgt. Es hilft nichts, in Hektik zu verfallen“, ist Hanning sicher und gibt gleichzeitig zu: „Das ist in den 16 Jahren, in denen ich diesen Verein führe, die schwerste Phase, die ich je erlebt habe.“

Füchse zurück  in ihrer  vollen Hütte – das wird noch  lange dauern. Foto: imago images/Nordphoto

Mit dem Verbot  von Großveranstaltungen bis zum 31. August durch die Politik hat der Sport die Wahl zwischen Absage und Geisterspielen. An eine Fortführung der Liga glaubt Hanning indes nicht, und was den Europapokal anginge (Finale verschoben auf 29./30. August), gleichen Vorhersagen seiner Meinung nach einem „Glaskugellesen“.

Eine Ungewissheit, die auch für den erfahrenen Füchse-Manager nicht leicht ist. „Mich treibt das alles genauso um und ich wache nachts darüber auf.“ Trotzdem blickt Hanning optimistisch in die Zukunft und holt sich die Energie aus seiner Füchse-Familie: „Die Füchse sind mein Kind und da kämpfe ich mit allem, was ich habe, damit wir am Leben bleiben. Was mich motiviert, ist, dass wir die beste Jugend in Deutschland haben und dass viele von diesen Spielern weiter bei uns sind. Der Kontakt zu den Spielern hilft natürlich genauso.“