Die Füchse-Abwehr steht wie eine Wand, Kristianstads Teitur Einarsson (l.) kriegt hier keinen guten Wurf hin. Foto: Imago/Avdo Bilkanovic

Das ist fast schon mehr als die halbe Miete für den Gruppensieg in der Europa League: Die Handball-Füchse deklassieren den bisherigen Spitzenreiter IFK Kristianstad in dessen leerer Halle 36:23 (17:11), der Einzug in die Runde der besten 16 ist nur noch Formsache. Wenn eine 12-Stunden-Chaos-Anreise immer zu so einer Leistungs-Explosion führt ...

Die langen Stunden im Bus und auf der Fähre von Berlin hoch ins nordöstliche Südschweden – nach der Ankunft am  Abend wird vor Ort auch noch trainiert – sind den Füchsen nicht anzumerken. Nur bis zum 6:6 darf Kristianstad an einem Punkt schnuppern, dann ist Pustekuchen.

Torwart als Torjäger

Die Füchse bestrafen jeden Fehler der Gastgeber eiskalt, und von dem, was doch aufs Füchse-Tor  durchkommt, fischt Keeper Dejan Milosavljev fast die Hälfte weg (17 Paraden, 43 Prozent Fangquote). Mehr noch: Der Serbe wirft selbst drei Buden. Da tun ein paar selbst ungenutzte, klare Möglichkeiten den Füchsen nicht wirklich weh.

Nach der Pause versucht es Kristianstad noch mal, kommt bis auf vier Treffer ran (18:22). Beeindrucken lassen sich die Füchse davon nicht. Richtig in Torlaune ist Weltmeister Lasse Andersson, der sich in der Bundesliga gegen Essen noch ausruhen durfte. Mit acht Treffern ist der Däne bester Füchse-Kanonier, Vizeweltmeister Valter Chrintz haut seinem Ex-Klub sieben Dinger rein.

Fabian Wiede verfolgt das alles an seinem 27. Geburtstag von Berlin aus. Nicht weil er etwa angeschlagen ist, nein. Seine  Freundin erwartet ihr erstes Kind. Dieser 9. Februar 2021 kann im Leben des Ball-Streichlers ein ganz, ganz großer sein.