Schon einmal zur Probe: Hansjörg Schellenberger dirigiert die Berliner Symphoniker im Flusspferdhaus des Berliner Zoos. Foto: Dana Barthel

Tierisch ist der Plan von Hansjörg Schellenberger (73). Der neue Chefdirigent der Berliner Symphoniker will im Flusspferdhaus des Zoos auftreten. Eine Premiere für das Orchester, das in vielen Sälen der Welt zu Gast war, aber noch nie in einem Tiergarten. Im Mai wird das Konzert weltweit via Internet gezeigt, das auch zugunsten des kleinen Gorillas-Mädchens Tilla erklingen wird.

Der neue Mann der Symphoniker sprudelt nur so vor Ideen. Schellenberger, der in den 70er-Jahren mit dem Star-Dirigenten Herbert von Karajan arbeitete, will neue Wege zu gehen, um das Orchester, das Silvester eines seiner vorerst letzten Konzerte im Internet gab, aus der Corona-Zwangspause herauszuholen und Auftritte ermöglichen, die in der Pandemie machbar wären.

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„Warum nicht jetzt ein Konzert im Zoo spielen? Es muss doch wieder losgehen“, sagt Schellenberger. „Was nützt das Proben für einen Profi-Musiker, wenn er nicht auftreten darf.“ Schlimm sei es auch für die Menschen, die endlich wieder Kultur erleben möchten. „Künstler und Publikum brauchen einander“, so der Dirigent.

Der neue Chefdirigent der Berliner Symphoniker, Hansjörg Schellenberger. Nach dem Zoo-Konzert freut er sich schon auf den Ennio-Morricone-Abend in der Wuhlheide, wo das Orchester endlich wieder vor Publikum spielen soll. Foto: Sabine Gudath

Der Zoo gab für das Vorhaben grünes Licht. Am Donnerstag probte bereits eine Mini-Besetzung des Orchesters im Zoo für das einstündige Konzert „Over Tiere“. Tierische Werke stehen auf dem Programm: etwa der Hummelflug von Rimsky-Korsakow, „Der Schwan“ aus „Karneval der Tiere“ von Saint Saens oder „Der Bär“ aus der Sinfonie Nr. 82 von Haydn.

Das Konzert wird demnächst im Flusspferdhaus ohne Publikum aufgezeichnet. Ab 9.Mai (16 Uhr) läuft es als Gratis-Stream auf der Internetseite berliner-symphoniker.de. Dabei wird für Spenden aufgerufen: Für den Neubau eines Affenhauses, in dem das jüngst geborene Gorilla-Mädchen Tilla und ihre Artgenossen einziehen sollen. Die Zuschauer können auch das Orchester  unterstützen. Symphoniker und Zoo wegen Einnahmeverlusten in der Corona-Krise auf Spenden angewiesen.

Dirigent Schellenberg freut sich  schon auf das nächste Konzert der Symphoniker. Am 1. August werden die Musiker auf der Parkbühne Wuhlheide die Klassiker des Filmmusikkomponisten Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod“) spielen. „Dann endlich auch vor Publikum“, hofft Schellenberger. 5000 Zuschauer können dabei sein. Die Karten ab 35 Euro gibt es bereits zu kaufen.