Im Friedrichstadt-Palast wird Abschied von der bunten Revue Vivid gefeiert - und alle können online zuschauen. Fotos: Friedrichstadt-Palast

Noch immer sind die Bühnen Berlins geschlossen – und das wirkt sich auch auf die Spielpläne aus. Als die Corona-Welle vor etwas mehr als einem Jahr auch Deutschland erfasste, lief auf der Mega-Bühne des Friedrichstadt-Palast in Mitte gerade die Show „Vivid“. Ein riesiger Erfolg, doch leider machte die Pandemie dem bunten Vergnügen einen Strich durch die Rechnung. Nun können sich die Berliner trotzdem von dem Spektakel verabschieden: Am nächsten Donnerstag gibt’s im Netz eine kostenlose Online-Vorstellung.

Friedrichstadt-Palast: Im August startet die neue Mega-Show „Arise“

Erst kürzlich stellte der Palast das Konzept für die neue Revue „Arise“ vor, die noch in diesem Jahr Premiere feiern soll – und nachdem man stets gehofft hatte, „Vivid“ noch einmal auf die Bühne bringen zu können, ist die Show nun Geschichte. Sie hätte die erfolgreichste in der Historie des Palastes werden können, doch dann kam die Pandemie. „Das war ein absolut unwürdiges Ende für die Show“, sagte Palast-Intendant Berndt Schmidt im Interview mit dem KURIER.

Der Trailer zur Revue Vivid.

Video: Youtube

Zumindest einen Abschied soll es nun geben: Am 29. April lädt der Palast alle Show-Fans zu einer Online-Vorstellung ein. Die „Derniere“ – so wird die jeweils letzte Vorstellung einer Aufführung genannt – ist ab 19.15 Uhr auf der Website des Theaters und auf Facebook zu sehen. Und zwar kostenlos! „Die digitale Dernière ist kein vollständiger Showablauf, da sich dies unter den derzeitigen Pandemiebedingungen nicht realisieren lässt“, heißt es in einer Mitteilung.

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„Der Palast präsentiert ein speziell für diesen Abend geschneidertes einstündiges Abschieds-Event mit Herz. Durch den Abend führt Andreas Bieber in seiner Rolle als Entertainer. Die Solisten und Solistinnen und die Showband spielen ein letztes Mal die schönsten Songs aus Vivid und das Ballett sowie die Artisten und Artistinnen liefern sehr persönliche Einlagen zum Abschied.“ Außerdem soll es Originalszenen aus der Show, die 2019 aufgezeichnet wurden, zu sehen geben.

Als die Show im Herbst 2018 Premiere feierte, war die Welt noch in Ordnung. Foto: Imago/Martin Müller

„Dieser virtuelle Abschied bringt Gänsehaut und etwas Theaterfeeling in diese triste kulturarme Zeit. Wir werden wohlige Erinnerungen daran wecken, wie es vor Corona im Theater war – und wie es auch wieder sein wird“, erklärt Schmidt. „Ein einmaliger Abend im wahrsten Sinne, denn nach dem Stream wird die Vivid Dernière nur in der Erinnerung weiterleben.“ Es wird nämlich, anders als bei anderen Streaming-Events, keine Aufzeichnung geben. Es sei, heißt es, wie bei einem Theaterbesuch: verpasst ist verpasst.

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Doch schon bald können sich die Pforten der Revue-Institution hoffentlich wieder öffnen. Schon im August soll „Arise“ Premiere feiern, der genaue Termin steht aber noch nicht fest. Knapp elf Millionen Euro kostet das Spektakel, es ist die größte Produktion, die in Zeiten der Pandemie entsteht. Damit die Proben auf Hochtouren laufen können, wird vor allem getestet, zweimal pro Woche. „Denn die Girlreihe kann nicht mit Abstand proben – und Artisten können keine Masken tragen, das wäre viel zu gefährlich“, sagte Schmidt dem KURIER. Auch das nagelneue Wasserbecken, das während der Corona-Pause im Keller eingebaut wurde, darf dann bestaunt werden.