Bei starken Menstruationsbeschwerden können Frauen in Spanien künftig freie Tage bekommen. (Symbolfoto) 
Bei starken Menstruationsbeschwerden können Frauen in Spanien künftig freie Tage bekommen. (Symbolfoto)  dpa/Annette Riedl

Viele Frauen kennen das: Starke Bauch- und auch Rückenschmerzen während ihrer Regelblutung. In Spanien können Frauen mit solchen Beschwerden künftig ihrer Arbeit fern bleiben – wenn das entsprechende Gesetz endgültig beschlossen wird.

Das Parlament Spaniens hat am Donnerstag den Weg für zusätzliche freie Tage wegen Menstruationsbeschwerden für Frauen freigemacht: In erster Lesung stimmten die Abgeordneten für einen Gesetzentwurf zum „Menstruationsurlaub“ für Frauen mit starken Regelschmerzen. Der Gesetzentwurf wurde mit 190 Ja-Stimmen, 154 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen angenommen. Die linksgerichtete spanische Regierung erklärte, mit der in Europa bisher noch nicht existierenden Regelung solle ein Tabu gebrochen werden.

Spanien ist das erste europäische Land mit „Menstruationsurlaub“

Mit der endgültigen Verabschiedung des Gesetzes wäre Spanien das erste Land in Europa und eines der wenigen Länder weltweit – neben beispielsweise Japan, Indonesien oder Sambia –, das für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden zusätzliche freie Tage im Gesetz verankert hat. Konkret ist in Spanien vorgesehen, dass die Frauen mit einem ärztlichen Attest der Arbeit fernbleiben können und weiter ihre Bezahlung erhalten – eine maximale Anzahl von Tagen wurde nicht festgelegt.

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Der Entwurf muss nun vom Senat verabschiedet werden und, falls er im Oberhaus geändert wird, an das Abgeordnetenhaus zurückgehen, bevor er Gesetz werden kann.

Auch der Zugang zu Abtreibungen wird erleichtert

„Diese Legislaturperiode ist eine Legislaturperiode der feministischen Errungenschaften“, freute sich die Ministerin für Gleichstellung, Irene Montero, von der linksgerichteten Partei Podemos. Der Gesetzentwurf stärkt außerdem den Zugang zu Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern – ein Recht, das in dem teilweise streng katholischen Land immer noch mit Hindernissen behaftet ist.

Der Gesetzentwurf stieß jedoch auch auf Kritik. Die Gewerkschaft UGT etwa befürchtet, dass es Arbeitgeber davon abhalten könnte, Frauen einzustellen und dann eher Männer bei der Stellenvergabe zu bevorzugen.