Das Kind bloß nichts allein probieren lassen, immer da sein, immer helfen - Rasenmäher-Eltern meinen es gut, schaden ihrem Kind aber mit diesem Verhalten. Foto:  IMAGO / Cavan Images

Dass Helikopter-Eltern, die ihre Kinder nicht aus den Augen lassen und immer beobachtend über ihnen schweben, ihrem Nachwuchs womöglich nicht gut tun, ist schlimm genug. Aber es geht noch schlimmer. Experten warnen vor einer neuen Spezies Eltern. Einer, die noch übervorsichtiger ist. Eine, die ihren Kindern sogar schadet, obwohl sie es eigentlich nur gut meint: so genannte Rasenmäher-Eltern. Dabei bewirkt dieses Verhalten der Erwachsene genau das Gegenteil und kann sogar schlimme Folgen haben für den Nachwuchs. Wieso, weshalb, warum – die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was sind Rasenmäher-Eltern?

Auf dem Spielplatz nimmt ein Kind eine Schaufel. Der Junge, dem das Teil gehört, protestiert lauthals und holt es sich zurück. Schwupps, schon steht Mutti daneben, reißt ihm die Schippe wieder aus der Hand. „Man muss auch teilen können“, sagt sie und gibt das Objekt der Begierde dem anderen Kind. Und während der Nachwuchs nicht den Hauch einer Chance hatte, das Problem selbst zu lösen, lehnt Mami sich zufrieden zurück.

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Rasenmäher-Eltern weichen ihrem Nachwuchs nicht von der Seite.

Was unterscheidet Helikopter- von Rasenmäher-Eltern?

Während Helikopter-Eltern stets über dem Nachwuchs kreisen, um zur Stelle zu sein, sobald es Probleme gibt, gehen Rasenmäher -Eltern noch etwas weiter in ihrer Beschützerrolle: Sie greifen ein, bevor etwas passiert. Sie räumen alle Unebenheiten und Hindernisse aus dem Weg, um ihren Kids ein vermeintlich unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Sie beseitigen alles, was beim Kind Frust auslösen könnte. Sie erledigen die Hausaufgaben, verhindern Streit mit Gleichaltrigen, noch bevor der überhaupt wirklich da ist: Rasenmäher-Eltern sind immer einen Schritt voraus.

Warum sind Rasenmäher-Eltern so gefährlich für ihre Kinder?

Kinder von Rasenmäher-Eltern lernen nicht, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Sie haben keine Chance, selbst einen Lösungsansatz zu finden – nicht im Kleinkindalter und damit auch nicht, wenn sie älter werden. Steht das Kind dann allein vor einer echten Herausforderung, gerät es regelrecht in Panik. Es entwickelt Angst, vor dem eigenen Versagen, warnen Psychologen. Schließlich haben Mama oder Papa ihm stets suggeriert, dass es Konflikte sowieso nicht selber lösen kann.

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Warum ist Freiraum für Fehler für die Kinder wichtig?

Wer keine Fehler macht, kann nicht aus ihnen lernen. Das ist nicht nur schlecht für die intellektuelle und soziale Entwicklung. Kinder haben auch keine Chance, sich eine Frustrationstoleranz anzueignen. Sie sorgt dafür, es weiter zu versuchen, wenn es mal schief geht. Zudem gewinnen Kinder auf diese Weise Selbstwertgefühl und Selbstachtung: Indem sie sich selbst zeigen, dass sie ein Problem meistern können.

Welche Folgen hat das Handeln von Rasenmäher-Eltern für die Freunde ihrer Kinder?

Welche Freunde? Überbehüteten Kindern fällt es häufig schwer, Freunde zu finden. Sie sind ungeübt in der sozialen Auseinandersetzung. Aus Unsicherheit bleiben sie häufig allein.