Ein Sexualmediziner geht davon aus, dass im Corona-Hausarrest jetzt viele Kinder gezeugt werden. Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Die Corona-Krise zwingt die Berliner, viel Zeit zu Hause zu verbringen. Das gibt ihnen die Chance, sich der schönsten Nebensache der Welt zu widmen – dem Sex. Der Experte Dr. Axel-Jürg Potempa, Urologe und Sexualmediziner, ist sich sicher: Im Corona-Hausarrest werden jetzt viele Kinder gezeugt. Zu Weihnachten werde es einen Baby-Boom geben.

Hormon-Haushalt im Auf und Ab

Die Corona-Krise beeinflusst viele Bereiche des Lebens – auch Partnerschaft, Sexualität und Hormon-Haushalt. „Die Nachricht, dass es ein gefährliches Virus gibt, versetzt viele Menschen zunächst in einen Angstmodus, es kommt zum Adrenalin-Ausstoß“, sagt Dr. Potempa, gebürtiger Berliner und Leiter eines Kompetenzzentrums in München. Die anfängliche Angst vergehe aber, und wie in einer Gegenwirkung sorge das Hormon Dopamin für neuen Antrieb. „Dopamin steigert Lust und Libido“, sagt Potempa.  

Der verstärkte Drang nach Sex führe dazu, dass Paare ein fantasievolleres und exzessiveres Liebesleben entwickeln können. Der Mediziner spricht sogar vom „Dopaminrausch“, der ein bisschen „wie auf Kokain“ sei.  

Krise kann eine Chance sein

Natürlich sind nicht alle Paarbeziehungen gleich gestrickt: „Für manche Menschen war es eine schlechte Nachricht, dass sie in der Corona-Krise zwangsläufig mehr Zeit mit dem Partner verbringen müssen“, sagt Potempa. Doch auch diese Ausgangssituation berge Chancen.

Entweder man wird sich darüber klar, dass es nicht mehr genügend Gemeinsamkeiten zwischen den Partnern gibt. Dann kommt es zur Trennung. Oder: Man nutzt die Gelegenheit, Probleme und Missverständnisse endlich aus dem Weg zu räumen. „So entstehen neue Ehrlichkeit und neue Harmonie“, sagt Dr. Axel-Jürg Potempa. „Die positive Klärung lädt zudem zum Versöhnungssex ein.“

Für andere Paare war es von Anfang an eine schöne Nachricht, dass sie mehr Zeit miteinander verbringen müssen. „Die Krise stiftet dann zusätzliche, neue Bindung“, sagt Dr. Potempa. Solche Paare können derzeit neue Energie für gemeinsame Visionen schöpfen. Und auch diese positive Entwicklung führe letztlich – zu mehr Sex.

Verhütungsmittel vergessen

Man sieht: Es gibt verschiedene Ursachen und Gründe dafür, dass Paare jetzt öfter miteinander intim werden. Und wenn die Menschen mehr Sex haben, dann entstehen auch mehr Schwangerschaften. Vor allem, wenn der beschriebene „Dopaminrausch“ eintritt, so Dr. Potempa, vergesse man schnell die Verhütungsmittel. Die Sexualität werde dann unbedachter.

Das Dopamin lasse – trotz Krise – auch wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Man schaue über den Tellerrand hinaus. Und dann könne auch der bewusste Wunsch entstehen, Nachwuchs in die Welt zu setzen.

Mehr Schwangerschaften und Geburten

„Ich bin mir sicher, dass es jetzt zu mehr Schwangerschaften kommt und dass es vor Weihnachten mehr Geburten geben wird“, sagt Dr. Axel-Jürg Potempa. Ein Baby-Boom, der uns ganz viele kleine Christkinder beschert: Das wäre wirklich eine schöne Folge der Pandemie-Krise. Jeder hat es nun selbst in der Hand, wie er die Zeit des Corona-Hausarrests nutzt ...

Dr. Axel-Jürg Potempa ist Autor der Bücher „Was Sie besser nicht über Sex wissen sollten“ und „Was hat Sie denn da geritten?“