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Das eingeschränkte Leben in den eigenen vier Wänden wird noch eine gewisse Zeit andauern. Das bestehehende Kontaktverbot wird bis mindestens zum 3. Mai aufrecht erhalten. Doch wie schafft man es unter einem Dach, dem endgültig drohenden Lagerkoller im Corona-Hausarrest zu entkommen?

„Mit Bewegung und klaren Absprachen“, sagt Daniela Bernhardt. Sie ist Paartherapeutin und Kommunikationstrainerin in Berlin und weiß, dass man viel miteinander sprechen sollte. „Es ist wichtig zu klären, wieviel Freiraum jeder braucht.“ Anschließend könne man gemeinsam nach Lösungen suchen. Eltern, die mal nur für sich sein wollen, haben es in diesen Tagen schwer. Wer ganz ungestört sein will, sollte „feste Erwachsenen-Zeiten einführen“ und diesen Wunsch klar mit den Kindern kommunizieren: „In diesen Zeiträumen dürfen die Eltern nicht oder nur im Notfall gestört werden“, erklärt sie dem KURIER.

Mit Familienmitgliedern, die sich aufgrund der aktuellen Lage zurückziehen, sollte man weiterhin sehr rücksichtsvoll umgehen: „Drängen Sie die Person nicht, denn Druck erzeugt nur Gegendruck. Fragen Sie lieber so verständnisvoll wie möglich, was genau denjenigen gerade am meisten belastet und ob Sie vielleicht helfen können.“ Wer nicht das Bedürfnis verspürt sofort über seine Gefühlswelt zu reden, kann einen festen Zeitpunkt vereinbaren: „Sinnvolle Diskussionen führt man selten spontan. Besser als ein Thema unter Stress lösen zu wollen, ist es, einen Zeitpunkt festzulegen, wann man darüber sprechen will.

Sollte es dabei trotzdem zum Streit kommen, ist es wichtig „klar zu kommunizieren mit Hilfe von „Ich will…“ und „Ich will nicht…“. Eindeutige Aussagen sind auch: „Ich will mich doch nicht mit dir streiten. Ich will einfach nur, dass wir zwei gesund bleiben und heil durch diese Krise kommen!“

Wertvolle Gesprächsthemen in dieser Zeit sind übrigens „alle Themen, die gute Gefühle machen, die Fantasie anregen oder schöne Erinnerungen beleben“, sagt Bernhardt. „Unter Stress lässt die emotionale Intelligenz zu wünschen übrig, deshalb ist es jetzt besser Streitthemen zu vermeiden. Es sei denn, man kann sich zu einer längst überfälligen Entschuldigung oder Verzeihung durchringen.“