Es muss unbedingt der Rind durch die Lippe sein, findet die Tochter. Auf gar keinen Fall, finden die Eltern. Wie nähern sich beide Seiten an, wenn das minderjährige Kind ein Piercing oder Tattoo will? Foto: imago images / ingimage

Ein Piercing im Bauchnabel wäre richtig cool - oder das Tattoo am Oberarm. Wie gehen Eltern mit solchen Wünschen um, wenn ihr minderjähriges Kind damit um die Ecke kommt?

Erstmal ist es gut, sich mit rechtlichen Argumenten zu bewaffnen, sagt Kira Liebmann: „Tattoos und Piercings sind in den meisten Studios erst ab 16 Jahren und nur mit Unterschrift der Eltern erlaubt.“ Intim-Piercings gibt es sogar erst ab 18. Diese Wartezeit bewahre viele davor, eine schlimme Jugendsünde zu begehen - so ist die Erfahrung des Familiencoachs.

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Wünsche der Kinder respektieren

Trotz Verweis auf die Rechtslage: Einfach wegwischen dürfen Eltern den Wunsch nach Körperschmuck nicht. Sonst riskieren sie am Ende eine Trotzreaktion, bei der vielleicht die Unterschrift gefälscht wird.

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Stattdessen rät Liebmann: „Nehmen Sie Ihr Kind ernst und versuchen Sie zu ergründen: „Warum ist dir das so wichtig? Ist das dein eigener Wunsch oder woher kommt das? Was willst du damit ausdrücken?““

Negative Seiten aufzeigen

Gut ist es auch, in dem Gespräch mit dem Kind über mögliche Schattenseiten zu reden: Zum Beispiel darüber, wie es ist, wenn später eine Narbe vom Piercen zurückbleibt. Oder wie das Kind damit umgeht, wenn es das Tattoo-Motiv nach drei Jahren peinlich findet?

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Außerdem kann es helfen, mit dem Kind gemeinsam zum Tätowierer zu gehen und sich nach Alternativen zu erkundigen: Wie wäre es erstmal mit einem Henna-Tattoo, das nach vier Wochen wieder verblasst? Finden Tochter oder Sohn das Tattoo auch nach zwei Wochen noch cool, oder verblasst der Reiz des Neuen?

Hält sich der Wunsch der Kinder bis zum 16. Geburtstag hartnäckig, können Eltern neu überlegen: Lassen sie sich darauf ein? Oder wollen sie weiterhin nicht unterschreiben? „Wenn das der Fall ist, dann müssen sie zu ihrer Meinung stehen und es aushalten, wenn das Kind sauer wird“, sagt Liebmann. „Es gibt eben Punkte, an denen wird man sich nicht einig.“