Ein  Junge steckt Geld in sein Sparschwein.  Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Geld regiert die Welt! Umso wichtiger ist es, das Kinder schon in frühen Jahren den Umgang mit Geld erlernen. Dabei ist es oft gar nicht so entscheidend, wie viel der Nachwuchs wöchentlich oder monatlich ins Sparschwein packt! Moment mal? Ins Sparschwein? Oder doch eher aufs Konto? Der KURIER verrät, wie der Umgang mit Geld in welchem Alter am besten erlernt werden kann, und gibt Tipps, welche Höhe des Taschengeldes in welchem Alter angebracht ist.

Ab sechs Jahren: Mit Klimpergeld trotz Corona über den Umgang mit Geld

Obwohl in Corona-Zeiten bargeldloses Zahlen gern gesehen wird, sollte man in Anwesenheit von Kindern möglichst oft mit Bargeld zahlen oder noch besser den Nachwuchs zahlen lassen. So bekommen schon die Kleinsten ein Gefühl für Ausgaben. Auch Kopfrechnen kann bei dieser Gelegenheit geübt werden. Reichen die ersparten zehn Euro für ein Plastik-Pferd für acht Euro und den passenden Sattel für vier Euro? Und wenn nicht, wie viele Wochen muss noch gespart werden?

Grafik: Berliner KURIER/ Isabella Gallanty

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Ab acht Jahren: Die Taschengeld-App als erster Schritt zum Konto

Mama, Papa, was ist überhaupt ein Konto? Wer den Umgang mit Geld erst noch erlernen muss, für den ist vieles neu. Taschengeld-Apps können da der perfekte Einstieg in den virtuellen Umgang mit Geld sein. Mithilfe von Taschengeld-Apps wie finalio oder Knax behalten Eltern und Kinder nicht nur den Überblick, wann wie viel Taschengeld fällig oder gar überfällig ist, sondern gleichzeitig animiert die Anwendung zum Sparen. Bei dieser Art der Taschengeldverwaltung ist kein echtes Konto nötig. Es können auch für mehrere Kinder virtuelle Konten angelegt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, für jedes Kind individuell festzulegen, in welcher Höhe und in welchem Intervall das Taschengeld fließt. Ein- und Auszahlungen nimmt das Kind gemeinsam mit den Eltern vor. Ein eigenes Smartphone benötigt das Kind also nicht.

Die meisten dieser Programme helfen den Kindern dabei, den Überblick nicht zu verlieren. Sie zeigen an, wenn Taschengeldzahlungen vergessen wurden, leider aber auch, wenn Zahlungen doppelt erfolgt sind. Wollen Kinder sich vom Taschengeld etwas kaufen, können in der App Sparziele angelegt werden. So lernt der Nachwuchs, für Wünsche zu sparen, und sieht unter Umständen, wie lange es manchmal dauern kann, bis sich ein Wunsch erfüllt.

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Ab zwölf Jahren: Ein echtes Taschengeldkonto mit Hilfe der Eltern

Viele Banken und Sparkassen bieten Girokonten für Minderjährige an. Ab einem Alter von zwölf Jahren empfiehlt sich solch ein Taschengeldkonto mit dazugehöriger Debitkarte. Die jungen Kontoinhaber können dann eigenverantwortlich Ein- und Auszahlungen tätigen und selbst über ihr Geld verfügen. Das monatliche Taschengeld, Geldgeschenke von den Großeltern oder der hart verdiente Lohn des Ferienjobs fließen auf das Taschengeldkonto. So lernen Jugendliche schon früh den Umgang mit Konto und Karte.

Bei der Auswahl ist Fingerspitzengefühl gefragt. Und natürlich die Hilfe der Eltern. Nicht nur die Kontoführung, auch die Karte zum Konto sollte gratis sein. Außerdem sollte das Kreditinstitut Automaten für kostenloses Geldabheben bieten. Sonst fallen unter Umständen bis zu fünf Euro pro Abhebung an; zu viel für ein Guthaben, das aus Taschengeld besteht.

Bei der Eröffnung eines Kinderkontos bedarf es sowieso der Zustimmung der Eltern und einer entsprechenden Unterschrift unter einem Vertrag. Dabei sollten Eltern vor allem darauf achten, was der Nachwuchs mit der Geldkarte anstellen kann und darf, raten Experten der Arag.

Ein Dispokredit ist bei Kinderkonten nicht eingeräumt. Das sichert jedoch nicht in jedem Fall, dass Kinder und Jugendliche durch die Zahlung per Geldkarte nur so viel ausgeben, wie sie tatsächlich zur Verfügung haben. Meist wird bei Kartenzahlungen im Handel nur geprüft, ob die Karte gesperrt ist. Eine Deckungsabfrage findet meist nicht statt, sodass der junge Kunde sein Konto theoretisch überziehen kann. Er bekommt also die Ware, aber die Lastschrift wird abgewiesen und es folgt eine Rücklastschrift. Dafür müssen Bankkunden Gebühren zahlen. Tipp an die Eltern: Kontrollieren sie regelmäßig zusammen mit ihren Kindern den Kontostand, um einen Überblick zu behalten.