Einen passenden Kindersitz zu finden, kann für Eltern kompliziert werden. Christin Klose/dpa

Wer seinen Nachwuchs im eigenen Auto mitnimmt, will natürlich, dass die lieben Kleinen sicher fahren. Ein geeigneter Kindersitz ist nicht nur vorgeschrieben, sondern sorgt eben auch für die nötige Sicherheit. Doch längst nicht jeder Kindersitz ist empfehlenswert, wie die Stiftung Warentest warnt. Wir verraten, worauf Sie beim Kauf achten sollten und welcher der beste getestete Sitz ist.

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Welche Kindersitze fürs Auto wurden getestet?

26 Sitze für Kinder vom Neugeborenen bis zum 1,50 Meter großen Kind hat die Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC unter die Lupe genommen („test“-Zeitschrift 6/2022). Auf ihrer Website stellt die Stiftung Warentest Test­ergeb­nisse für 375 Auto­kinder­sitze für Kinder aller Alters­gruppen zur Verfügung.

„Erfreulich: Auto­kinder­sitze mit gutem Gesamt­urteil gibt es ab 40 Euro. Die teuersten Modelle kosten bis 800 Euro“, heißt es da.

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Was ist das Hauptproblem vieler Autositze für Kinder?

Was niemand sehen kann, ist wirklich ein Problem: Schadstoffe in den Autositzen. In drei Sitzen fanden die Tester zu viel schädliches Flammschutzmittel. Zwei der insgesamt vier Sitze mit der Note „mangelhaft“ fielen allein wegen dieser Schadstoffbelastung durch.

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Welcher Kindersitz fürs Auto ist der beste?

Klarer Testsieger mit der Note „sehr gut“ ist der Cybex Anoris T i-Size, der mit 700 Euro allerdings auch preislich an der Spitze liegt. Er bietet einen sehr guten Schutz beim Front- und Seitencrash und ist einfach zu bedienen. Geeignet ist er für Kinder zwischen 76 und 115 Zentimetern Körpergröße. Das Besondere: Bei einem Unfall öffnet sich ein Airbag direkt vor dem Kind und spannt von Kopf bis Knie ein Polster auf.

Welcher Kindersitz ist nicht zu empfehlen?

Bei den beiden Testkandidaten „Lionelo Antoon RWF“ und „Walser Kids Experts Noemi“ sind die Bezugsstoffe mit Flammschutzmitteln belastet. Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Auch im Bezugsstoff des „Urban Kanga Uptown Model TV107“ wurden Flammschutzmittel nachgewiesen. Zudem scheiterte der Sitz am Seitenaufpralltest. Beim vierten Testverlierer „Kinderkraft Comfort Up“ muss zur Sicherung von größeren Kindern die Rückenstütze abgenommen werden. Der Sitz bietet dann keinen ausreichenden Schutz bei einer seitlichen Kollision.

Der Cybex Anoris T i-Size ist der beste getestete Kindersitz fürs Auto. Cybex

Worauf sollte man beim Kauf eines Autositzes achten?

Achten Sie auf Prüfsiegel – der orangefarbene Aufkleber garan­tiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist – und darauf, wie der Sitz fixiert wird. Isofix ist absolut sinnvoll – wenn es in Ihrem Auto installiert werden kann. Probieren Sie den Kindersitz vor dem Kauf aus. „Lassen Sie Ihr Kind erst mal Probe sitzen. Kind und Sitz müssen zusammenpassen“, weiß Stiftung Warentest. Passt der Sitz auch zum Auto? Manche Sitze sind so breit, dass auf der Rück­bank nur zwei neben­einander passen. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt dann nur noch der Beifahrersitz.

Wie kann man beim Kauf eines Kindersitzes fürs Auto sparen?

Wenn Ihnen das Aussehen nicht so wichtig ist, wählen Sie einen „gut“-getesteten Kindersitz und von dem das günstigste Design. Die meisten Kindersitze werden in verschiedenen Farben und Dekoren angeboten, die unterschiedlich teuer sind. Und noch ein Tipp: Sonnendach, Kopf­stütze, Sitz­verkleinerer für die Aller­kleinsten und Gurt­polster sind manchmal inklusive. Bei anderen Modellen kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.

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Welche Babyschale fürs Auto ist besonders gut?

Alle. Im Test punkten konnten vor allem die Babyschalen für die Allerkleinsten. Die zehn allesamt „gut“-getesteten Produkte bekamen mit Blick auf mögliche Schadstoffe grünes Licht und lagen in Sachen Sicherheit im guten bis sogar sehr guten Bereich.

Worauf sollte man beim Kauf einer Babyschale achten?

Der Preis liegt bei den Babyschalen zwischen 150 und 530 Euro. Abhängig ist er auch davon, ob die Schale eine Basis hat oder nicht. Mit Basis ist der Sitz teurer, die Handhabung dafür leichter. Denn die Basis wird einmal auf dem Sitz fest justiert und die Schale dann nur noch eingeklickt. Das Gurtgefummel entfällt.