Früher oder später trifft es beinahe jedes Elternpaar: Mitten im Liebesspiel steht plötzlich das Kind in der Tür. Foto: imago images / agefotostock

Man denkt immer, sowas passiert nur anderen, doch früher oder später trifft es beinahe jedes Elternpaar: Mitten im Liebesspiel steht plötzlich das Kind in der Tür. Das Anliegen ist meist lapidar, reicht von "Kann nicht schlafen" über "Hab' Durst" bis zu "Hier ist das Telefon, die Oma ist dran". Egal, die Nummer ist gelaufen. Verdattert schaut meist nicht das Kind aus der Wäsche - sondern Mama oder Papa. Doch wie sollten sie reagieren?

"Das kommt darauf an, wie alt das Kind ist", sagt Erziehungsexpertin Nicola Schmidt. Kinder bis zu drei Jahren reagierten oft gar nicht darauf, weil sie noch keine Sensoren dafür hätten. Als wenn nichts gewesen wäre, fragt man: "Was brauchst du?" Kommt die Nachfrage "Was macht ihr da?", reiche ein "Wir spielen gerade" völlig aus.

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"Man sollte dem Kind nur so viel Informationen geben, wie es in dem Moment braucht und seinem Alter entspricht", findet die Bestsellerautorin ("Erziehen ohne Schimpfen"). Bohrt das Kind weiter, könne man sagen, dass es sich um ein Erwachsenenspiel handelt und auf den Grund des Besuches zurückkommen ("Brauchst du was?"). "Auf keinen Fall ist das der richtige Moment für ein großes Aufklärungsgespräch."

Bei größeren Kindern würde die zweifache Mutter vorm Liebesspiel auch ruhig die Schlafzimmertür abschließen: "Wenn das Kind dann wirklich was hat, schließt man eben wieder auf." Mit richtig großen (Schul-)Kindern würde die Autorin dann auch Klartext reden: "Wir machen jetzt eine halbe Stunde Mittagschlaf. Vielleicht haben wir auch Sex, bitte klopf an, wenn du etwas brauchst."