Viele Familien haben sich in der Corona-Zeit Welpen angeschafft. Die kennen das Alleinebleiben noch nicht, mit ihnen muss man besonders viel üben. dpa/Christin Klose

Plötzlich nicht mehr allein zu Hause: Homeoffice machte möglich, dass Haustiere und ihre Besitzer den ganzen Tag miteinander verbringen konnten. Doch immer mehr Menschen kehren in ihre Büros zurück. Wie bringe ich das meinem Hund bei? Fünf Fragen und Antworten.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meinen Hund allein zu Hause lasse?

„Nicht unbedingt“, sagt Ulrike Seumel, Trainerin für Menschen mit Hund aus Potsdam. Das sei von Hund zu und verschieden, manche würden das Alleinsein für ein paar Stunden auch genießen. Ein ganzer Arbeitstag sei in der Regel aber zu lang - für Blase und Psyche.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten empfiehlt, einen Hund nicht länger als vier Stunden allein zu lassen. Seumel hält fünf bis sechs Stunden für machbar.

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Mein Hund war noch nie allein, wie bringe ich es ihm bei?

Das Training erfolge am besten stufenweise, so Seumel. Zunächst bräuchte das Tier eine Komfortzone in der Wohnung, einen Ort, an dem es entspannt ist und sich beschäftigen kann. Dann sollte der Hund lernen, dass der Halter nicht immer ansprechbar ist. Etwa dann, wenn er am Schreibtisch arbeitet. Danach wird der Hund im Raum allein gelassen. Und im nächsten Schritt heißt es: Schuhe anziehen, Schlüssel einpacken, auf die Toilette gehen, so die Trainerin.

Klappt das ohne Randale, verlassen Besitzer die Wohnung - und können den Hund etwa über eine Kamera beobachten und prüfen: Ist das Tier gestresst oder bleibt es entspannt? Die ersten Male sollte der Vierbeiner nicht zu lange allein sein. Ist man zurück, kann man den Emotionen freien Lauf lassen und den Hund fröhlich begrüßen, sagt Seumel.

Sollte ich nach eineinhalb Jahren auch noch einmal mit einem älteren Hund üben?

„Ja“, sagt Seumel. „Mit älteren Hunden geht man dieselben eben beschriebenen Schritte durch.“ In der Regel werde es aber sehr schnell gehen, wenn der Hund das Alleinbleiben früher schon problemlos gemeistert hat.

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Ein ganzer Arbeitstag allein zu Haus? Das ist in der Regel zu lang für einen Hund, vor allem was Blase und Psyche betrifft.  Monique Wüstenhagen/dpa

Wie schaffe ich es, dass mein Hund mit ins Büro darf?

„Es lohnt sich immer zu fragen und mit den Vorgesetzten darüber zu sprechen, ob man seinen Hund mitbringen darf“, so Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Doch es sind nicht immer die rationalen Argumente, die zählen. Markus Beyer vom Bundesverband Bürohund (BVBH) weiß, dass man sensibel vorgehen muss: „Das Thema ist hochemotional. Einige Kollegen haben Angst vor Hunden, andere Angst vor Veränderung und lehnen deshalb Hunde ab, wieder andere haben Allergien.“ Klare Regelungen, etwa wohin Hunde dürfen und wohin nicht, könnten hier helfen.

In der Regel muss die Entscheidung für oder gegen Hunde von der Unternehmensführung kommen. Überzeugen müsse man deshalb vor allem die Personalabteilung und den Chef. Hier könnten wiederum rationale Argumente wie „Der Arbeitsplatz wird attraktiver und die Bewerbungen besser“ oder „Hundebesitzer sind dann eher mal dazu bereit, Überstunden abzuleisten, denn der Hund wartet nicht sehnsüchtig zu hause“ helfen.

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Mein Hund bleibt nicht allein und darf nicht mit ins Büro - was kann ich tun?

Manchmal hilft alles nichts, der Hund bleibt im Büro verboten und jegliches Alleinbleibe-Training fruchtet nicht. Oder man möchte den Hund einfach nicht mitnehmen oder alleine lassen. Dann ist etwa eine Fremdbetreuung denkbar. Aber wie finde ich die?

Hundetrainerin Seumel rät, darauf zu achten, dass ein Hundesitter die gleichen Werte vertritt und ähnlich mit dem Hund umgeht wie man selbst. „Mir wäre zum Beispiel wichtig, dass er keine Gewalt anwendet und Bedürfnisse wahrnimmt.“ Handelt es sich um einen Dogwalker mit einer größeren Gruppe von Hunden, sei es immer ein gutes Zeichen, wenn dieser einen zu einem Probespaziergang mit der Gruppe einlädt. „So können sich Hunde und Menschen kennenlernen und der Walker kriegt einen Eindruck vom Charakter des Tieres.“

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Ähnliches gilt für die Wahl einer Hunde-Tagesstätte. Hier unbedingt die Einrichtungen besichtigen und schauen, wie sie Hund und Besitzer gefallen. Gute Empfehlungen können meist andere Hundebesitzer geben. Da gute Einrichtungen und Walker beliebt sind, sollte man mit Vorlauf nach einer Betreuung suchen, so Seumel. Ebenfalls eine Idee ist es laut Vier Pfoten, sich mit anderen Hundebesitzern zusammen zu tun und gegenseitig die Tiere zu betreuen.