Ein Cheeseburger-Monster passend zu Halloween. Foto: imago images/Shotshop

Wer beim goldenen „M“ genüsslich einen Burger mampft, dem ist in der Regel klar, dass von gesunder Ernährung in diesem Moment keine Rede sein kann. Auch das ein kleiner Waldlauf die überschüssigen Kalorien besser gleich wieder zunichtemachen sollte, will man nicht langfristig auf der Hüfte etwas von seinem kulinarischen Aussetzer haben, ist klar. Wie sehr sie ihrem Körper schaden, dass wissen allerdings die wenigsten Fast-Food-Esser. Erschreckend: Der Körper reagiert auf Fast Food ähnlich, wie auf eine bakterielle Entzündung – und das langfristig.

Warum ist Fast Food so ungesund?

Dass Fertiggerichte und Fast Food in Sachen Nährwert nicht mit frisch zubereiteten Mahlzeiten mithalten können, dürfte jedem klar sein. Doch es fehlen auch Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Der Mangel an Ballaststoffen führt zum Beispiel oft zu Verstopfungen, Energiemangel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Herzflattern und Konzentrationsschwäche. Und – unglaublich aber wahr – wer sich ausschließlich von Fast Food ernährt, riskiert eine Unterernährung: wegen der fehlenden Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralien.

Lesen Sie auch: Alternativen zum weißen Zucker: Wie gesund sind Xylit, Stevia & Co.? >>

Was macht der Konsum von Fast Food mit unserem Immunsystem?

Tatsächlich können verarbeitete Lebensmittel unser Immunsystem negativ beeinflussen und sogar dauerhaft umprogrammieren. Am Institut für angeborene Immunität der Uni Bonn fanden Forscher um Direktor Prof. Dr. Eicke Latz heraus, dass das Immunsystem auf Fast Food ähnlich reagiert wie auf Krankheitserreger: mit einer Entzündung. Bei einer normalen Infektion ist der „Alarm“ allerdings nach kurzer Zeit vorbei. Wer sich unausgewogen ernährt, heizt sein Immunsystem jedoch dauerhaft an. „Fast Food führt also dazu, dass der Körper rasch eine riesige schlagkräftige Kampftruppe rekrutiert“, erklärt Prof. Dr. Joachim.

Lesen Sie auch: Entgiften und entschlacken: So fasten Sie richtig im Herbst >>

Schadet Fast Food dem Köper dauerhaft?

„Wir wissen erst seit kurzem, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt“, erklärt Prof. Dr. Eicke Latz. Die Bonner Mediziner konnten zeigen, dass die Aggressivität des Immunsystems zunimmt – und damit das Risiko für chronische Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Diabetes steigt. Außerdem zerstören die ständigen Attacken der Immunabwehr Zellen und können Schlaganfälle oder Herzinfarkte verursachen. Was die Mediziner im Labor noch herausfanden: Das Immunsystem bildet ein Gedächtnis und reagiert, nachdem es durch Fast Food umprogrammiert wurde, viel schneller mit Entzündungen: Man wird schneller und öfter krank.

Hat Fast-Food-Konsum Auswirkungen auf die Lebenserwartung?

Die Fehlernährung kann dramatische Konsequenzen haben. „In den letzten Jahrhunderten ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den westlichen Ländern stetig gestiegen. Dieser Trend wird gerade erstmalig durchbrochen: Wer heute geboren wird, wird im Schnitt vermutlich kürzer leben als seine Eltern. Falsches Essen und zu wenig Bewegung dürften daran einen entscheidenden Anteil haben“, erklären die Forscher.

Lesen Sie auch: Fünf erschreckende Fakten: Alkohol ist ein Massenmörder >>

Wie lange dauert es, bis sich der Körper nach einer Ernährungsumstellung erholt?

Von heute auf morgen dürfen keine Wunder erwartet werden. Wer sich jahrelang ungesund ernährt, wird nicht nach drei Tagen gesunder Ernährung einen Effekt spüren – weder auf der Waage noch hinsichtlich seines Immunsystems. Auch lange nach Umstellung auf gesunde Kost kommt es daher schneller zu Entzündungen. Trotzdem sollte man den Anfang machen.